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Pinneberger Tageblatt

24. Oktober 2017 | 03:17 Uhr

Bürger fordern: Tempo runter

vom

shz.de von
erstellt am 02.Mai.2013 | 01:14 Uhr

Pinneberg | "Über 50 Prozent der Menschen fühlen sich durch Verkehrslärm belastet." Diese Zahlen legte Lärmexperte Eckart Heinrichs während der Bürgerversammlung zur Planung von Lärmschutzmaßnahmen vor. Etwa 25 Bürger waren in den Ratssitzungssaal gekommen, um mit den Experten über Maßnahmen für ein ruhigeres Pinneberg zu diskutieren. Viele von ihnen mit ganz persönlichen Leidensgeschichten zum Thema Lärm. "Wir leben im Thesdorfer Weg, wo die Straße an manchen Stellen abgesackt ist", klagte einer der Bürger: "Wenn die Lkw über diese Löcher brettern, dann wackeln bei uns die Gläser und unsere Klinkerwände bekommen Risse."

Bessere Straßen, am besten mit geräuschdämpfenden Asphaltsorten, wünschten sich daher zahlreiche Anwesende. Eckart bestätigte die Wirksamkeit dieser Maßnahmen, gab aber auch zu bedenken, dass eine klamme Kommune wie Pinneberg wohl oder übel Prioritäten setzen müsse. Eine zweite Forderung, die im Vorfeld bereits von den Grünen ins Spiel gebracht worden war: flächendeckend Tempo 30 - oder zumindest eine deutliche Ausweitung der Straßen mit reduzierter Geschwindigkeit. "Ich verstehe nicht, warum so viele Menschen ein Problem mit diesem Tempolimit haben - in Amerika klappt es doch auch", kommentierte eine Anwesende. Ein weiterer Pinneberger fügte hinzu: "Wenn Tempo 30 auf der Stresemannstraße in Hamburg kein Problem ist - warum dann nicht bei uns?"

Heinrichs bestätigte: Tempolimits führen auf lange Sicht tatsächlich zu langsameren und damit leiseren Autos. Das Land Schleswig-Holstein sei jedoch bisher sehr zurückhaltend bei der Umsetzung solcher Maßnahmen. "Eine Klage hätte jedoch zunehmend gute Erfolgsaussichten", so Heinrichs. Hoffnungen setzen viele Pinneberger immer noch auf die Wirkung der seit Jahrzehnten geplanten Westumgehung.

Die Vorschläge der Bürger werden von der Stadt in die Überlegungen für das weitere Vorgehen in Sachen Lärmschutz einbezogen. Nach EU-Bestimmungen soll die Lärmaktionsplanung in Zukunft alle fünf Jahre wiederholt werden. "Es ist ein fortlaufender Prozess", so Heinrichs.

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