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Gymnasiums Schenefeld : Büchner-Stück neu interpretiert

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Musisches Profil des Gymnasiums Schenefeld bringt „Leonce und Lena“ auf die Forum-Bühne. Schauspielerisches Talent bewiesen.

shz.de von
erstellt am 10.Jun.2015 | 10:00 Uhr

Schenefeld | Das Leben von Prinz Leonce aus dem Königreich Popo ist langweilig. Er verbringt seinen Tag damit, auf einen Stein zu spucken, anstatt sich Arbeit zu suchen. „Ich vergleiche Arbeit auch gerne mit Selbstmord“, so Leonce. Selbst beim Ausziehen der Kleidung braucht er Hilfe. Doch als er erfährt, dass er mit Prinzessin Lena aus Pipi verheiratet werden soll, beginnt sich sein Leben zu verändern.

Das ist die Geschichte des Theaterstücks „Leonce und Lena“ von Georg Büchner, das die Schüler des musischen Profils (Klasse Q1g) des Schenefelder Gymnasiums am Montagabend aufführten. Dabei haben die etwa 30 Jugendlichen ihrer Kreativität freien Lauf gelassen. Zunächst erschien die Komödie als harmloses fröhlichen Lustspiel, doch an einigen Stellen entpuppte sich das Stück als eine Polit-Satire über die Zeit des Absolutismus. Die Schüler haben während der Proben gemeinsam eine eigene Fassung erarbeitet. Für die Produktion der Aufführung arbeiteten die Fächer Musik, Deutsch und Darstellendes Spiel zusammen. Das Ergebnis waren nicht nur talentierte Nachwuchs-Schauspieler, sondern auch Musiker. Im Musikunterricht wurden eigene Songtexte geschrieben, die dann vertont wurden. Einige Kompositionen wurden von der eigens für dieses Projekt zusammengestellten Band der Klasse gespielt. „Das sieht man auch nicht immer, dass die Schüler sich so in ein Projekt reinhängen. Die Lieder waren wirklich gut gespielt und gesungen“, sagte Peter Niemeyer, einer von etwa 100 Besuchern.

Während sich Prinz Leonce seinem Schicksal zu beugen schien und sich gemeinsam mit seinem Freund Valerio auf den Weg nach Italien machte, verzweifelte die junge Lena und weinte sich bei ihrer Gouvernante aus. „Wieso sticht man einen Nagel durch zwei Hände, die sich nicht suchen“, fragte sie ihre gute Freundin. Diese sah Lenas ausweglose Situation und entschloss sich mit ihr zu fliehen. „Am liebsten würde ich mich einfach vergraben. Ich fühle mich minderwertig“, beklagte sich Lena.

Auf der Flucht trafen Leonce und Lena aufeinander. Nicht ahnend, dass sie diejenigen sind, die heiraten sollen, verliebten sie sich ineinander. Als bei der Hochzeit sowohl Prinz als auch Prinzessin nicht auftauchten, entschied der an sich schon verwirrte König Peter die Hochzeit ohne die beiden stattfinden zu lassen. Stattdessen sollten zwei Automaten heiraten. Für die Besucher gab es letztendlich noch ein Happy End, denn es waren eigentlich gar keine Automaten, sondern die echte Prinzessin und der Prinz.

Die Schüler überzeugten mit ihrem schauspielerischen Talent und besonders die Kabbeleien sowie die Freundschaft zwischen Leonce und Valerio sorgten für Szenenapplaus. „Es war eine tolle Arbeit mit Ihren Kindern und es hat mir super viel Spaß gemacht“, bedankte Lucie Otto, Lehrerin für Darstellendes Spiel, sich auch bei den anwesenden Eltern im Forum Schenefeld.

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