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Pinneberger Tageblatt

21. November 2017 | 03:43 Uhr

Brücken für soziale Kontakte aufbauen

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Deutsch mit dem Sprachpartner lernen, Selbstsicherheit gewinnen, Anerkennung erlangen, die Durchsetzungsfähigkeit am Arbeitsplatz stärken und Brücken für soziale Kontakte aufbauen: Die Gründe für Migranten, an den Sprachpatenprogrammen der Caritas und des Diakonieverein Migration im Kreis Pinneberg teilzunehmen, sind vielfältig.

In Wedel existiert das Projekt bereits seit 2007. Zirka 17 ehrenamtliche Deutsche sind laut Judith Steeck und Sabine Wolff vom Caritas Migrationsdienst Wedel im Einsatz. In Barmstedt wurde das Projekt 2008 nach Angaben von Sozialarbeiterin Andja Zdravac für die Dauer von zwei Jahren ins Leben gerufen. Noch immer existieren dort Sprachpatenschaften in unverbindlicher Form. In Pinneberg und Uetersen steht das Ganze laut Migrationssozialberaterin Larissa Jilek noch in den Startlöchern.

Eines haben Menschen, die nach Sprachpaten suchen, gemeinsam: Sie wollen lernen und am gesellschaftlichen Leben in Deutschland teilnehmen. Das berichten Steeck und Wolff. In ihrer Migrationsberatung in Wedel werden ehrenamtliche deutsche Sprachpaten mit ihren Sprachpartnern zusammengebracht. Die Sozialarbeiterinnen berichten: Viele der Migranten stammen aus Afrika, Russland, der Türkei, Afghanistan oder dem Iran. Bereits seit 2007 bestehen laut Wolff einige der Sprachpartnerschaften. „Wir gehen aktiv in die Integrationskurse an der Volkshochschule und machen Werbung für das Projekt“, so Wolff. „Oft haben die Projektteilnehmer gerade ihre Integrationskurse abgeschlossen oder die Prüfungen stehen bevor. Häufig fehlen ihnen im Alltag Kontakte, um das Gelernte anzuwenden und auszubauen.“ Auch gemeinsame Prüfungsvorbereitungen seien unter den Sprachpartnern üblich. Steeck ergänzt: „Aber auch, wenn einer der Ehrenamtlichen sagt, er könne sich vorstellen, Kinder oder Jugendlichen bei den Hausaufgaben zu unterstützen, sagen wir nicht ‚nein‘. Für Kinder und Jugendliche ist der Sprachpatenbedarf sehr groß. Das sehen wir.“ Auch unter den deutschen Sprachpaten sind alle Altersgruppen vertreten. „Am kontinuierlichsten sind die älteren Ehrenamtlichen dabei“, sagt Wolff. Die Treffen finden normalerweise einmal in der Woche statt. Treffpunkte können Stadtbüchereien oder Stadtteilzentren sein. Aber auch die eigene Wohnung, gemeinsame Ausflüge oder Sportaktivitäten können den Rahmen für die Sprachpartnerschaft bilden. Neue engagierte Sprachpaten sind sowohl in Wedel, als auch in Barmstedt, Pinneberg und Uetersen willkommen.

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