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Lob von der Bildungsministerin : Britta Ernst informiert sich über die Begabtenförderung an der JCS

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Stippvisite: Britta Ernst zu Besuch in Pinneberg. Ziel des Besuchs ist die Johann-Comenius-Schule.

von
erstellt am 04.Apr.2017 | 10:00 Uhr

Pinneberg | Sie hat sich richtig viel Zeit genommen. Mit Schülern und Lehrern gesprochen. Kurze Stippvisiten in einzelne Arbeitsgemeinschaften (AG) unternommen. Und auch selbst Fragen gestellt: Britta Ernst (SPD), Bildungsministerin des Landes Schleswig-Holstein, war gestern zu Gast in der Johann-Comenius-Schule (JCS) in Pinneberg und hat sich dort einen Überblick über die Begabtenförderung an der Einrichtung gemacht.

Ihr Fazit: „Toll. Das ist der richtige Weg. Es ist eine gezielte, individuelle Förderung, die besonders die Begabten im Blick hat“, sagte sie im Gespräch mit unserer Zeitung und stellte auch klar: Es gehe nicht nur um die zwei Prozent Hochbegabten, etwa 20 Prozent der Schüler seien besonders begabt.

Um schwächere Schüler hat sich die Regierung in Kiel in den vergangenen Jahren gezielt gekümmert, nun will das Land auch die begabten Schüler stärker ins Visier nehmen. Zum bisherigen Stand legte Ernst bereits im Februar einen Regierungsbericht vor. Derzeit besucht sie Schulen im Land, an denen begabte Jungen und Mädchen gefördert werden, um sich selbst einen Eindruck zu verschaffen. Am Ende soll eine verlässliche Struktur sicherstellen, dass begabte Schüler flächendeckend gut gefördert werden. Dafür sollen insbesondere digitale Medien genutzt werden.

Es sind 48 Schulen im Land, die derzeit das Markenzeichen „Begabtenförderung“ haben. Eine davon ist die JCS in Thesdorf. Die Einrichtung ist SHiB-Schule (Schule inklusive Begabungsförderung) und durch das Ministerium zertifiziert“, erläuterte JCS-Leiterin Uta Holst-Timm. Für sie sei der Besuch der Ministerin eine Wertschätzung.

Das Modell der Begabtenförderung beruht an der JCS auf mehreren Stützpfeilern: Im Zuge des Enrichment-Projekts nehmen herausragende Schüler an besonderen Lernangeboten teil, die als AG parallel zum Unterricht stattfinden wie zum Beispiel die Robotik-AG, die Kunst-AG, der Debattierclub oder die Technik-AG. Jeder der 90 Schüler kann außerdem im Begabtenförderprogramm unter der Bezeichnung „Meine Frage“ an einem eigenen Thema selbstständig während der Unterrichtszeit arbeiten. Dazu erhalten die Teilnehmer Unterstützung von den Schülerpaten, die wiederum aus der Schar der Begabten rekrutiert werden.

15 Schülerpaten an der JCS

Derzeit gibt es 15 Schülerpaten an der JCS. Drei davon sind Leonie Klass (18), Tom-Lando Schreiber (15) und Linus Ossmann (14), die der Bildungsministerin über ihre Erfahrungen berichteten. „Es hat mein Selbstbewusstsein gestärkt“, sagte Tom-Lando Schreiber. „Man ist auf einer Augenhöhe mit den Schülern und kann denen helfen, die Probleme mit den Lehrern haben“, erläuterte Leonie Klass. Linus Ossmann berichtete, dass er selbst eine AG plant, in der die Teilnehmer lernen, ein 2D-PC-Spiel zu programmieren. Er hat sich das Wissen selbst beigebracht.

Für ihre Arbeit erhalten die Paten später eine Urkunde, „Das ist gut für Bewerbungen. Dann sehen die Unternehmen, dass wir etwas draufhaben“, so Schreibers Erfahrungen.

Ganz schön plietsch ist auch die Schülerradio AG, die die Bildungsministerin zum Interview bat und es mit der Frage eröffnete: „Wie stellen Sie sich die Schule der Zukunft vor?“ „Das weiß keiner genau. Die Sechsjährigen von heute werden 2075 bis 2080 noch berufstätig sein“, antwortete sie. Dafür müssten sie gerüstet sein und Kompetenzen erlernen. „Die individuelle Förderung wird noch mehr in den Vordergrund rücken“, sagte die Bildungsministerin.

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