Breitband für Waldenau gefordert

Hans-Johann Ramcke (von links), Volker Brammer und Jürgen Hilbers vom Bürgerverein Waldenau-Datum von 1934 freuen sich, zum 70. Umzug durch den Pinneberger Ortsteil das Landeserntedankfest auszurichten.
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Hans-Johann Ramcke (von links), Volker Brammer und Jürgen Hilbers vom Bürgerverein Waldenau-Datum von 1934 freuen sich, zum 70. Umzug durch den Pinneberger Ortsteil das Landeserntedankfest auszurichten.

Bürgerverein diskutiert mit Wahlkreiskandidaten und Fraktionsvorsitzenden / Wunsch nach bezahlbarem Wohnraum für Senioren

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28. März 2018, 13:03 Uhr

„Wir wollen eine alte Tradition aufleben lassen und als Vorstand die Parteien befragen“, sagte Jürgen Hilbers (Foto links), Vorsitzender des Bürgervereins Waldenau-Datum von 1934. Der Verein hatte die Kandidaten des Wahlkreises 18 sowie die Fraktionsvorsitzenden der Ratsversammlung eingeladen. „Es wird im Wahlkampf viel geredet, aber Waldenau-Datum kommt dabei sehr kurz“, sagte Hilbers. Er sprach die Themen an, die im Pinneberger Stadtteil bewegen: günstige Mietwohnungen für Senioren, die ihre Häuser aufgeben wollen, Glasfaserausbau, Lärmschutz an der LSE und eine Buslinie, die direkt an der Kirche hält.

„Einige meinen, wir jammern auf hohem Niveau, aber auch hier gibt es Probleme“, sagte Hilbers. Immer wieder werde der Bürgerverein von älteren Einwohnern angesprochen, die ihr Haus verkaufen wollen und gern in eine Mietwohnung ziehen würden – in Waldenau. „Das Thema ist schon vor 40 Jahren diskutiert worden“, sagte Hilbers und kritisierte: „Stadtplanung muss nicht in Thesdorf aufhören.“ Klar war Hilbers aber auch, dass es kaum Flächen gibt. Piotr Schulsinger (SPD, Foto Mitte) schlug vor, entsprechende Wohnungen in Waldenau-Süd (B-Plan 157) zu schaffen. Das Problem: der Lärmschutz. „Der ist jetzt schon unbefriedigend. Ich bereite derzeit eine Petition an das Land vor, dass man noch vor Fertigstellung der Westumgehung den Lärmschutz verbessert“, sagte Schulsinger. „Wie viele Wohnungen werden benötigt? Wo sind Flächen? Wie groß sollen die Wohnungen sein? Das muss geklärt und ein Investor gefunden werden. Das ist eine richtig große Aufgabe“, sagte Olaf Klampe (FDP). Wenn es keine Flächen gäbe, sei nur ein Weg möglich: in die Höhe bauen. „Man kann in jedem Wahlprogramm lesen, dass alle Parteien Wohnraum schaffen wollen. Wir müssen nur Grundstücke finden“, sagte Jürgen Jacob (CDU, Foto rechts). „Wir müssen das an die Verwaltung herantragen. Wenn wir als Politik keinen Druck machen, passiert nichts“, sagte Ulrike Graefen (Grüne und Unabhängige). „Da stimme ich komplett zu“, sagte Jacob.

Den wollen die Politiker auch beim Thema Glasfaseranbindung ausüben – zumindest war das die einhellige Meinung während der Diskussionsrunde in Waldenau. „Wir sind umgeben von Glasfasernetzen in Halstenbek, Schenefeld und sogar Thesdorf. Wir sind aber im digitalen Niemandsland“, beschrieb Hilbers die für die Waldenauer unbefriedigende Breitbandversorgung. „Es gab mal den Beschluss, dass ganz Pinneberg ausgebaut werden soll. Plötzlich gehört Waldenau-Datum aber nicht mehr dazu“, kritisierte Hilbers. „Wir müssen an Pinnau.com massiv herantreten. Es kann nicht sein, dass wir in Waldenau im Tal der Ahnungslosen sind“, sagte Schulsinger. „Wenn es mit Pinnau.com nicht geht, müssen wir halt mit Halstenbek sprechen“, sagte Jacob. „Privat ist langsames Internet ärgerlich, für Firmen ein Grund, sich nicht anzusiedeln. Es kann nicht sein, dass eine ganze Region von Pinneberg von der wirtschaftlichen Entwicklung ausgeschlossen ist“, sagte Matthias Kurre (SPD). Peter Thomsen (Grüne & Unabhängige) war überzeugt: „Wenn es wirtschaftlich wäre, würden die Stadtwerke sofort buddeln.“ Er schlug vor, dass die Ratsversammlung den Stadtwerken den Auftrag erteilt, eine Kosten-Nutzen-Rechnung zu erstellen. „Da haben wir Konsens zwischen den politischen Fraktionen“, bilanzierte Schulsinger.

Das galt auch bei der Idee, den Radverkehr in Waldenau zu verbessern – solange das kostenneutral möglich ist. Auch ein Bus zur Kirche soll geprüft werden. „Wir haben ja heute einige Zusagen für Unterstützung bekommen. Schauen wir mal, wie es nach der Wahl aussieht“, zog Hilbers für den Bürgerverein Bilanz.

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