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Kultur in Pinneberg : Brave Tochter, schrille Mutter

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Neues Stück: Die Pinneberger Bühnen spielen die Komödie „Dat Kuckucksei“. Premiere ist am 24. September.

shz.de von
erstellt am 12.Sep.2013 | 16:00 Uhr

Knallbunte Leggins, pink-weiße Haare, grelles Haarband und ein loses Mundwerk: Marie Müller ist keine ganz gewöhnliche Mutter. Mit Aufforderungen wie „Hast mal nen Zischer für den ole Mudder?“, provoziert Maria Müller alias Anja Nadler in frechem Plattdeutsch ihre Tochter Bettina Wulf, gespielt von Julia Groth, bei dem neuen Stück „Dat Kuckucksei“ der Pinneberger Bühnen.

Ihre Tochter Betti musste die trinkfreudige Frau direkt nach der Geburt zur Adoption freigeben. Später wird die sorglos bei den Eheleuten Wulf aufgewachsene Betti jedoch mit ihrer schrillen, leiblichen Mutter konfrontiert. Premiere der Komödie von Irma und Walter Firner ist am Dienstag, 24. September, ab 20 Uhr. „Das reizvolle an dem Stück ist, dass der Konflikt zwischen Mutter und Tochter viele komische, aber auch tiefgründige Momente enthält“, sagt Regisseurin Heike Nadler-Groth, die kurzfristig die Regie für die aus persönlichen Gründen verhinderte Gerda Nadler übernommen hat.

Die Komödie wurde 1949 erstmals mit Grete Weiser uraufgeführt und galt danach als Weisers Paraderolle. Der gebürtige Ostpreuße und Autor Jürgen Pooch übersetzte das Stück – auch für Aufführungen am Ohnsorg-Theater – in die niederdeutsche Sprache. Zum Inhalt: Die bei den Eheleuten Wulf aufgewachsene Betti erfährt kurz vor ihrer Heirat mit einem jungen Arzt, dass sie adoptiert wurde. Betti selbst nimmt die Mitteilung, zum Verblüffen der Familie, gelassen auf. Ihr Verlobter Jonny gibt allerdings zu verstehen, dass er Betti auf keinen Fall heiraten wird, bevor er nicht ihre wirklichen Eltern kennengelernt hat. Der Grund: Der Arzt ist ein eifriger Verfechter der Theorie, dass der Mensch nur in geringem Maß durch Umwelteinflüsse, dafür aber umso entscheidender durch Erbanlagen geprägt wird. Betti begegnet daraufhin einer „Frau Müller“, obwohl ihr die Adoptiveltern diese Begegnung liebend gerne erspart hätten.

Während des Treffens wird nur allzu deutlich, dass Marie Müller eine Frau mit zweifelhafter Vergangenheit ist und nicht bereit ist, sich bürgerlichen Lebensnormen anzupassen. Dennoch erkennt Betti in ihrer Mutter eine Frau mit Herz und beschließt spontan, sich ihrer anzunehmen. Der Plan: sie mit liebevoller Strenge auf den Pfad der Tugend zu steuern. Die Mutter begegnet den Bemühungen ihrer Tochter allerdings mit hartnäckigem Widerstand. Es entwickelt sich eine Machtprobe zwischen Mutter und Tochter.

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