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Amtsgericht Itzehoe : Brandserie in Rellingen: Das wirft die Anklage André M. vor

vom
Aus der Onlineredaktion

Der Prozess gegen den mutmaßlichen Brandstifter beginnt mit der Verlesung der Anklageschrift. André M. ist vorbestraft.

Itzehoe/Rellingen | Das Amtsgericht Itzehoe hat am Montag die Hauptverhandlung gegen André M., den mutmaßlichen Feuerteufel von Rellingen (Kreis Pinneberg), eröffnet. Der mittlerweile 27-Jährige muss sich wegen versuchter Brandstiftung in drei Fällen verantworten. Die Verhandlung vor dem Schöffengericht begann unter strengen Sicherheitsvorkehrungen. Besucher wurden nicht nur am Eingang des Gerichtsgebäudes kontrolliert. Auch vor dem Saal tasteten mehrere Justizangestellte diejenigen ab, die in den Zuhörerraum wollten.

Am ersten Prozesstag blieb es zunächst bei der Verlesung der Anklageschrift. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft sind die Beweise für die angeklagten drei versuchten Brandstiftungen eindeutig: Am 8. September versuchte André M. in der Straße An der Rellau in Rellingen ein Fahrzeug in Brand zu setzen, indem er – laut Anklage – brennbares Material an die Reifen legte und anzündete. Doch Zivilfahnder hatten den Rellinger im Blick und löschten das Feuer noch bevor das Fahrzeug in Flammen aufging. Der mutmaßliche Feuerteufel hatte vom Einsatz der Polizei anscheinend nichts mitbekommen. Er war in seiner Wohnung verschwunden, kam wenig später wieder heraus, um erneut ein Auto anzuzünden. Diesmal nahmen die Beamten in Zivil  den 26-Jährigen fest.

Die Staatsanwaltschaft habe ursprünglich Anklage vor der Großen Strafkammer des Landgerichts Itzehoe erhoben, sagte die Gerichtssprecherin Julia Gärtner. Diese habe sich jedoch für nicht zuständig erklärt und das Verfahren deshalb vor dem Schöffengericht eröffnet. Damit muss André M. keine erneute Einweisung in die Psychiatrie befürchten. Ihm droht eine Haftstrafe zwischen einem und zehn Jahren. Die Verhandlung ist auf fünf Tage angesetzt.

Bei den drei versuchten Brandstiftungen soll es sich allerdings nicht um alle Taten handeln, für die André M. verantwortlich sein soll. „Wir haben noch mehr Sachen in Arbeit“, sagte Oberstaatsanwalt Uwe Dreeßen. Der Rellinger steht in Verdacht, einen Papiercontainer vor seinem Wohnhaus in Brand gesteckt zu haben. Auch im Flur des Mehrfamilienhauses, in dem er mit seinen Eltern lebte, soll er gezündelt haben. In der Nacht zum 28. Juli brannte der Bus der Rellinger Ortsjugendpflege. Auch dafür sowie weitere Fahrzeugbrände und zerstochene Reifen könnte André M. verantwortlich sein. Zudem gab es im sozialen Netzwerk Facebook Bekennerschreiben und Drohungen von einem Nutzer mit Namen Felix Steiner, einem Pseudonym, das sich André M. zugelegt haben könnte. „Die Beweisführung ist schwierig, da es in diesen Fällen keine unmittelbaren Tatzeugen gibt“, erläuterte Dreeßen. Allerdings gebe es Indizien für die Täterschaft. Das Landgericht Itzehoe prüft derzeit, ob die Anklage zugelassen wird.

29. Juli, 2 Uhr: Diese Fahrzeuge am Straßenrand konnten Rellingens Einsatzkräfte nicht mehr retten. Sie brannten vollständig aus. (Foto: pt)
29. Juli, 2 Uhr: Diese Fahrzeuge am Straßenrand konnten Rellingens Einsatzkräfte nicht mehr retten. Sie brannten vollständig aus. (Foto: pt)
 

Andre M. ist bereits vorbestraft. Er hatte im September 2007 als Rellinger „Apfelfest-Bomber“ Schlagzeilen gemacht. Ein Spezialeinsatzkommando der Polizei nahm ihn und einen Komplizen am 25. September 2007 in der elterlichen Wohnung kurz vor dem Volksfest fest. Ermittler vermuteten damals, das die beiden während der Veranstaltung ein Bombenattentat verüben wollten. Die Terrorplanungen konnten ihnen nicht nachgewiesen werden. Stattdessen verurteilte das Gericht die beiden wegen Sachbeschädigung in mehr als 100 Fällen, darunter Zündeleien und Reifenstechereien.

Andre M. verbrachte mehr als fünf Jahre in der Psychiatrie. Am 7. Oktober 2013 verfügte das Landgericht Lübeck seine Freilassung, weil eine weitere Unterbringung unverhältnismäßig gewesen wäre. André M. kam am 1. Dezember 2013 frei. Am 30. Juni begann die Brandserie in Rellingen. Sie endete mit der Festnahme des 26-Jährigen.

Die Verhandlung vor dem Amtsgericht Itzehoe wird am 16. März fortgesetzt.

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erstellt am 02.Mär.2015 | 10:00 Uhr

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