Boxen für den guten Zweck

Lokalmatador Daniel Gerl (rechts) von Legacy Pinneberg hatte die Sympathien und das Publikum im letzten Kampf des Abends auf seiner Seite, musste sich aber Ammar Abass vom Polizeisportverein Hamburg geschlagen geben.
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Lokalmatador Daniel Gerl (rechts) von Legacy Pinneberg hatte die Sympathien und das Publikum im letzten Kampf des Abends auf seiner Seite, musste sich aber Ammar Abass vom Polizeisportverein Hamburg geschlagen geben.

Pinneberger Sport-Event: Ausrichter von der großen Nachfrage überrascht / 650 Besucher kommen zur Premiere

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29. Oktober 2018, 16:00 Uhr

„Wir haben schon mit vielen Besuchern gerechnet, aber nicht mit so vielen. Wir sind total überrascht und erfreut“, sagte Stefanie Niebur, Vorstandsvorsitzende des Vereins „Gestern Heute Morgen“ am Sonnabendabend. 200 Karten für die erste Pinneberger Box-Gala um den Andreas-Niebur-Pokal waren im Vorverkauf weggegangen – dazu 100 VIP-Tickets.

„Uns war klar, dass an der Abendkasse noch einiges kommt, aber wir haben nicht mit so einem Ansturm gerechnet“, sagte Niebur in einer Kampfpause. Alle 650  Karten waren verkauft, die Sporthalle der Theodor-Heuss-Schule am Thesdorfer Weg komplett voll, der Parkplatz zugeparkt. Die Einnahmen werden für einen guten Zweck verwendet. Sie fließen anteilig in das Projekt „Ringen und Raufen“, mit dem „Gestern Heute Morgen“ Trainer finanzieren will, die an Pinneberger Grundschulen Kindern den respektvollen Umgang miteinander beibringen. „Das ist natürlich schön, dass wir viel Geld für das Projekt nehmen, auch wenn es für mich ein anstrengender Tag ist, denn heute ist der Todestag meines Sohnes“, sagte Niebur. Der Verein „Gestern Heute Morgen“ wurde in Gedenken an Andreas Niebur gegründet, der 2013 mit 30 Jahren nach schwerer Krankheit gestorben ist. In Gedenken an ihn wurde am Sonnabend um den Andreas-Niebur-Pokal gekämpft. „Ich bin froh, dass meine Familie heute dabei ist und mich unterstützt“, sagte Niebur.

„Herzlichen Dank, dass ich Schirmherrin dieser besonderen Veranstaltung sein darf. So etwas hat unsere Stadt seit den 1960er Jahren nicht mehr erlebt. Das allein ist schon etwas Besonderes“, sagte Pinnebergs Bürgermeisterin Urte Steinberg (parteilos). „Wir gedenken heute eines besonderen Menschen. Andreas Niebur starb 2013 viel zu früh mit 30 Jahren. Zu Lebzeiten engagierte er sich für benachteiligte Jugendliche und entwickelte eine Lebensphilosophie, die auf Verzeihen und Selbstermächtigung basierte. Aus Fehlern kann man lernen. Ich kann mir Ziele setzen, meine Zukunft liegt in meiner Verantwortung.“ Diese Lebenseinstellung soll der Verein weiterhin vermitteln.

Ziel von „Gestern, Heute, Morgen“ ist, durch die Heranführung an sportliche und andere Aktivitäten Aggressionen abzubauen und Selbstbewusstsein aufzubauen. Außerdem sollen gegenseitiges Verständnis, Respekt und Wertschätzung eingefordert und gestärkt werden. „Es ist naheliegend, diese Lebensphilosophie durch den Boxsport umzusetzen. Boxen ist ein Sport, bei dem es fast ausschließlich an der eigenen Entscheidung, dem eigenen Trainingsfleiß, dem eigenen Mut und der einen Entschlossenheit liegt, ein Ziel zu erreichen“, sagte Steinberg. Niebur war sich sicher, dass die Bürgermeisterin ihre Begeisterung für das Boxen während der zehn Kämpfe à drei Runde über zwei Minuten entdeckt hat: „Sie fiebert neben mir richtig mit.“

Angefeuert wurden vor allem die Lokalmatadore in der Sporthalle. Ausverkaufte Halle, super Stimmung. Ist da eine zweite Auflage Pflicht? „Wir müssen erstmal ganz viel nacharbeiten“, sagte Niebur. Ohne Sponsoren sei die Veranstaltung nicht zu finanzieren. „Wir setzen uns in Ruhe hin und dann schauen wir mal weiter. Schließlich brauchen wir auch Helfer“, sagte sie. Etwa 30 – vor allem aus dem Legacy Kampfsportstudio – waren am Wochenende im Einsatz.

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www.perspektive-pi.de

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