BOP zeigt berufliche Wege auf

In den Bereichen Holz, Metall und Elektro bietet die Handwerkskammer über das BMBF-Programm Berufsorientierung an.
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In den Bereichen Holz, Metall und Elektro bietet die Handwerkskammer über das BMBF-Programm Berufsorientierung an.

Wirtschaftsakademie bietet Orientierung für einen reibungslosen Übergang von der Schule in die Ausbildung

shz.de von
16. August 2018, 16:19 Uhr

Zehn Jahre nach Einführung des vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BiBB) geförderten Berufsorientierungsprogramms (BOP) für Jugendliche der siebten und achten Klassen hat die Niederlassungsleiterin der Wirtschaftsakademie in Elmshorn, Melanie Andresen, ein positives Fazit gezogen. „Das Programm ist so angelegt, dass die Jugendlichen spielerisch ihre Stärken erkunden und verschiedene Berufsfelder ohne Druck und in einem geschützten Raum ausprobieren können“, sagte sie. Auf diese Weise sei es möglich, den schwierigen Übergang der 14- bis 16-Jährigen von der Schule in den Beruf weitgehend stressfrei und reibungslos zu gestalten. „Die Wirtschaftsakademie in Elmshorn und das Grone-Bildungszentrum in Pinneberg führen dieses Projekt seit Jahren erfolgreich in einer Kooperation für insgesamt derzeit rund 800 Schülern durch, und wir haben damit sehr gute Erfahrungen gemacht“, so Andresen.

Ziel ist eine individuelle Förderung der Jugendlichen und die Sicherung des Fachkräftenachwuchses für die Wirtschaft. „Gleichzeitig wird dadurch die Chance der Jugendlichen auf ein erfolgreiches Berufsleben erhöht, weil die Gefahr, dass sie einen für sich vollkommen unpassenden beruflichen Weg einschlagen, deutlich verringert wird.“ Das gelingt unter anderem, weil die drei Kooperationspartner Wirtschaftsakademie in Elmshorn, Grone-Bildungszentrum in Pinneberg und die jeweilige Schule ihre Förderangebote verzahnen. Das Programm, das in die Berufsorientierung einer Schule eingebunden wird, beginnt in der Regel bereits im zweiten Halbjahr der siebten Klasse mit einer mehrtägigen Potenzialanalyse. In der Gruppe oder auch allein lösen die Jugendlichen zumeist spielerische Aufgaben, erkunden beim Tüfteln ihre Stärken und tanken Selbstbewusstsein. „Dabei werden sie von geschulten Pädagogen begleitet und auch beobachtet, die nicht nur die Lösung der Aufgabe im Blick haben, sondern sich außerdem anschauen, wie der Jugendliche etwa im Team agiert, ob er besondere handwerkliche Fähigkeiten besitzt oder die Mitglieder seiner Gruppe vielleicht besonders gut motivieren kann“, sagt Projektleiterin Meike Reese. Diese Phase endet mit einem ausführlichen Einzelgespräch, in dem die Jugendlichen eine Rückmeldung zu den gewonnenen Eindrücken bekommen.

Später folgt die Berufsfelderprobung. Der Schüler hat während der zwei Wochen dauernden Werkstatttage die Möglichkeit, drei Bereiche aus dem Gesamtangebot auszusuchen und begleitet von erfahrenen Ausbildern in die jeweiligen Wunschberufe hineinzuschnuppern. Dabei fließen die Ergebnisse der Potenzialanalyse ein. „Die Schüler wählen zwischen den Berufsfeldern Metall, Elektro, Holz, Farbe und Raumgestaltung, Verkauf, IT und Medien, Wirtschaft und Verwaltung, Gesundheit, Erziehung und Soziales sowie Hotel- und Gaststätten ihre Favoriten aus“, erklärt Reese.

Am Ende der Berufsfelderprobung bekommt jeder ein Zertifikat. „Die Gesamtbetrachtung zeigt nicht nur personale, soziale und methodische Kompetenzen auf, sondern gibt wertvolle Hinweise auf Einsatzgebiete für zum Beispiel zu absolvierende Praktika“, sagte Reese, die betonte, dass viele Schüler und Schülerinnen die Erfahrungen in den Berufsfeldern als sehr wertvoll bewerten. Die Lehrer, die ihre Schüler während der Berufsfelderprobung begleiten, bekommen dadurch nicht selten die Chance, die Jugendlichen von einer ganz anderen Seite kennenzulernen. „Plötzlich stellt man dann fest, dass manch einer aus der Klasse ein ausgeprägtes soziales Interesse besitzt“, so die Projektleiterin.

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