zur Navigation springen

Telefon statt Filiale : Bönningstedt: Protest gegen Sparkasse-Pläne

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Offener Brief des Bönningstedter Seniorenbeirats führt zu Treffen mit Vorstand. Info-Veranstaltung im Oktober.

von
erstellt am 11.Aug.2017 | 16:00 Uhr

Bönningstedt | Mit einem offenen Brief an den Vorstand der Sparkasse Südholstein hat der Bönningstedter Seniorenbeirat im Juni seine Sorgen und Bedenken zur Schließung der örtlichen Filiale zum Ausdruck gebracht. Das Geldinstitut reagierte prompt und arrangierte Anfang August ein Treffen mit Vertretern des Gremiums.

„Uns ging es ausschließlich darum, Hilfe, Erleichterung und Unterstützung für ältere Menschen zum Thema Telefonbanking und für die Selbstbedienungs-Filiale zu erhalten“, betont Eckhard Johannes, Seniorenbeiratsvorsitzender. Die beiden Vertreter der Sparkasse, Ralf Uthe und Oliver Eggerstedt, hätten daraufhin versichert, dass der Zugang zur neuen SB-Filiale am Bönningstedter Marktplatz barrierefrei und durchgängig geöffnet sei.

Als Service für Kunden werde es dort einen Geldautomaten, einen Kontoauszugsdrucker sowie die Möglichkeit, Überweisungen zu tätigen, geben. Auch die Änderung der persönlichen Geheimzahl soll dort möglich sein. An die Stelle des persönlichen Kontakts in der Filiale tritt mit deren Schließung am 29. September dann das Telefonbanking. „Es wurde uns erklärt, dass von Montag bis Freitag in der Zeit von 8 bis 20 Uhr etwa 40 eigens dafür geschulte Mitarbeiter in Pinneberg zur Verfügung stehen werden“, berichtete Johannes weiter. Einen Sprachcomputer werde es für Bankgeschäfte nicht geben.

„Zur Legitimation werden nach dem Zufallsprinzip entweder personen- oder kontobezogene Fragen gestellt, die aufgezeichnet werden“, erläuterte der Vorsitzende. Allerdings könnten Überweisungen, die telefonisch in Auftrag gegeben würden, nur noch durch den Kontoauszug überprüft werden – einen Beleg erhalte der Kunde nicht. „Die Telefonabwicklung ist zeitintensiv, das wurde uns seitens der Bank bestätigt“, sagte Johannes. Die Vertreter der Bank hätten jedoch versichert, dass die Mitarbeiter geduldig alle Fragen beantworten würden und auch bei längeren Gesprächen keine Kosten für den Anrufer anfallen würden.

Auch die Ellerbeker Filiale wird ab Ende September geschlossen sein.
Auch die Ellerbeker Filiale wird ab Ende September geschlossen sein. Foto: Ute Springer
 

Über die Gesprächsbereitschaft sei der Seniorenbeirat sehr erfreut gewesen. Auch das Angebot, während einer Informationsveranstaltung beispielsweise den Überweisungsautomaten zu erklären, nehme das Gremium gern an. Dazu werde ein Simulator mitgebracht, an dem auch geübt werden kann. „Ich habe schon oft gesehen, wie Menschen verzweifelt vor diesen Apparaten stehen und nicht wissen, wie sie zu bedienen sind“, sagte Johannes im Gespräch mit unserer Zeitung.

Geplant ist die Veranstaltung für Dienstag, 17. Oktober, im Kulturzentrum an der Kieler Straße. „Dazu laden wir jetzt schon ganz herzlich die Kunden aus Ellerbek ein, die von der Schließung der dortigen Filiale betroffen sind“, betonte Johannes.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen