„Klimatour Apfel ” : Blühende Apfelbäume reihenweise

Das Bambusrad steht endlich vor Apfelkulisse.

Das Bambusrad steht endlich vor Apfelkulisse.

Der Pinneberger Hans Rutar radelt von Heidelberg nach Haseldorf. Von seinen Erlebnissen berichtet er regelmäßig.

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03. Mai 2019, 17:00 Uhr

Einmal pro Woche schreibt Hans Rutar einen Beitrag für shz.de. Im neuesten Teil  seiner „Klimatour Apfel” schildert Hans Rutar seine Eindrücke aus dem Apfelanbaugebiet Meckenheim.

Die Klimatour Apfel ist im Apfelanbaugebiet Meckenheim, Rhein-Sieg-Kreis. Endlich lange Reihen blühender Apfelbäume. Endlich treffen wir drei richtig zusammen, der Frühling, die Apfelblüte und die Klimatour Apfel. Das Bambusrad passt gut zwischen die Reihen.

Jeweils an der Spitze einer Blütengruppe öffnet sich die Königin. Diese eine Blüte beginnt früher und ist ein wenig größer als die Schwestern in der gleichen Gruppe. Bisher wurden die Blütenknospen in diesem Frühjahr dreimal beregnet. Die genauen Zahlen des Wetterberichtes sagten vorher, dass der Frost minus zwei Grad Celsius erreichen wird. Das Wasser legt beim Frieren schützend einen Eispanzer um die Blüten. Auch die ganz jungen Früchte sind noch frostempfindlich. Zu ihrer Zeit sinken die Temperaturen allerdings fast nie mehr auf Minusgrade.

Das System hinter der Apfelernte

Die geernteten Äpfel werden heiß gebadet und dann erst verpackt, so erfahre ich bei der Besichtigung des Apfelbetriebes. Die sorgfältig gepflückten Äpfel werden auf ein Förderband aus Wasser geschüttet. Beim Schwimmen stoßen die Früchte nur noch sanft aneinander, es gibt keine Druckstellen. Eine Video-Kamera schaut sich jeden einzelnen Apfel an, der Computer dahinter erkennt und sortiert nach Größe. Kurz vor dem Verpacken wird jeder Apfel kurz in fünfzig Grad heißes Wasser getaucht. Damit werden Pilzsporen auf der Schale abgetötet, der Apfel hält länger.

 

Auf diese Weise frisch gebadet werden die Äpfel in haushohen Kühlkammern gelagert, bei wenigen Graden Celsius. Der Sauerstoffgehalt in den Kammern wird fein reguliert. Bei einem Prozent Sauerstoff hält der Apfel am längsten, die ungewollten Fruchtfliegen und andere Erreger haben keine Chance. Zu Zeiten der Großeltern aßen wir ab Weihnachten Schrumpel-Äpfel. Das ist heute nicht supermarktfähig.

Glückfall an der Supermarktkasse

Trotz aller Telefonate gab es kein Nachtquartier mehr in dem Ort. Für solche Fälle ist ein winziges Zelt in der Packtasche. Die kleine Menge Lebensmittel für die Zeltnacht kaufte ich in einem großen Lebensmittelmarkt. Hinter der Kasse werde ich auf das Rad mit dem vielen Gepäck angesprochen. Der Rahmen für dieses Fahrrad ist aus Bambus, ein nachwachsender Rohstoff, und wird in Ghana produziert. Wieder war einer bei den Zuhörern, der davon Bilder im TV gesehen hat.

Die nächste Frage, wohin ich denn heute Abend noch fahren würde, machte das Gespräch für mich noch besser. Das Ehepaar hat ein Holzhäuschen im Garten. Ob ich bei dem Wetter nicht lieber dort schlafen wolle als im Zelt. Es war ein netter Abend, und ich blieb gleich zwei Nächte bei der Familie.

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