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Mit 140 Sachen in den Ortskern : Blitzerbilanz des Kreises Pinneberg

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Ein Jaguar-Fahrer hält den Blitzerrekord 2015. Kreis und Polizei kooperieren. 99,5 Prozent der Autofahrer halten sich an die Regeln.

shz.de von
erstellt am 07.Jan.2016 | 18:34 Uhr

Kreis Pinneberg | Seit etwas mehr als zehn Jahren überwacht der Kreis Pinneberg in einem Projekt gemeinsam mit der Polizei den fließenden Verkehr auf den Straßen in der Region. Etwa 60.000 Temposünder erwischten die Kooperationspartner 2015. In den Zuständigkeitsbereich des Kreises, also dann, wenn Bußgeld zu zahlen ist, fallen etwa 12.000 Überschreitungen.

Acht feste Starenkästen gibt es im Kreis Pinneberg. Zwei stehen am Ortseingang von Schenefeld nahe dem „Stadtzentrum“, weitere in Bilsen, Rellingen, Borstel-Hohenraden, Heede, Bokholt-Hanredder und Heidgraben. Die Schenefelder Anlagen an der LSE liefern die meisten Fotos von Temposündern. 1973 waren es 2015, die ein Bußgeld bekamen. Hinzu kommen die Fälle mit Verwarnung, also Geschwindigkeitsübertretungen bis 20 Kilometer pro Stunde, die in den Zuständigkeitsbereich der Polizei fallen. Trauriger Rekordhalter war ein Jaguar-Fahrer, der mit mehr als 140 Kilometern pro Stunde in Richtung Innenstadt raste. Er wurde mit drei Monaten Fahrverbot und 1360 Euro Geldbuße bestraft.

Die übrigen Anlagen in der Region lieferten nur 1001 Treffer mit anschließendem Bußgeld. Allerdings waren 2015 etliche der Starenkästen außerhalb Schenefelds wegen Straßensanierungen außer Betrieb, wie die Kreisverwaltung mitteilte.

Insgesamt hat der Kreis Pinneberg 2015 Forderungen von etwa 700.000 Euro verbucht. Etwa 530.000 Euro davon wurden bereits bezahlt. Die Differenz erklärt sich mit Widersprüchen der Betroffenen. Oder Autofahrer haben es absichtlich oder versehentlich versäumt zu zahlen, obwohl sie zahlen müssen.

Nur geringe Nettoerlöse

Die Nettoerlöse für den Kreis fallen deutlich geringer aus. Da das Land für das Verwarngeld nach Verstößen bis zu 20 Kilometern pro Stunde über dem Limit und der Kreis für das Bußgeld zuständig ist, teilen sich die Behörden die Erlöse – in der Regel im Verhältnis 82 Prozent (Kreis) und 18 Prozent (Land).

Der Ausschuss für Wirtschaft, Regionalentwicklung und Verkehr des Pinneberger Kreistags wird sich in seiner kommenden Sitzung am Dienstag, 12. Januar, ab 18.30 Uhr auf dem Betriebshof an der Wedeler Chaussee in Moorrege mit den Erfahrungen befassen, die Polizei und Kreisverwaltung im Jahr 2014 bei der Verkehrsüberwachung gemacht haben.

Die Polizei zeigt sich zufrieden mit der Kooperation. „Die Arbeit im Messteam zeichnet sich durch eine intensive und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen dem Kreis Pinneberg und der Polizei aus“, teilte Daniel Krübbe vom technischen Überwachungsdienst des Polizei-Autobahn- und Bezirksreviers Pinneberg mit.

Neues Messfahrzeug

Besonders mit der Anschaffung eines neuen Messfahrzeugs und der damit verbundenen Verbesserung des Arbeitsplatzes für die Mitarbeiter sei die Motivation des Messteams größer geworden, sagte Krübbe. Seiner Einschätzung nach ist die Qualität der Beweisbilder sehr gut. Die für Ordnungswidrigkeiten zuständige Zentrale Owi-Stelle der Landespolizei habe weder Kritik an den Bildern noch an der Beweiserhebung durch die Mitarbeiter des Messteams geäußert. Auch vor Gericht würden Klagen von Autofahrern regelmäßig im Sinne der Behörden entschieden.

Obwohl die Zahl der geblitzten Temposünder hoch erscheint, stellt Krübbe auch fest: Lediglich 0,5 Prozent der Verkehrsteilnehmer verstießen am Starenkasten-Standort Schenefeld gegen die Tempo-Regeln, die übrigen 99,5 Prozent hielten sich an das Limit von 50 Kilometern pro Stunde. Die Blitzer seien ein wichtiger Beitrag zur Sicherheit der Fußgängerquerungen am Ortseingang.

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