Künstlerin aus dem Kreis Pinneberg : Blaues-Pony-Bild für Queen Elizabeth II. jetzt auf T-Shirts

Blaues Pony trifft buntes Pferd: Nicole Leidenfrost lässt T-Shirts mit der jungen Queen auf dem blauen Pony drucken. Das großformatige Ross ist ihr jüngstes Werk.
Blaues Pony trifft buntes Pferd: Nicole Leidenfrost lässt T-Shirts mit der jungen Queen auf dem blauen Pony drucken. Das großformatige Ross ist ihr jüngstes Werk.

Künstlerin Nicole Leidenfrost aus Wedel vermarktet nun ihr Blaues-Pony-Bild für Queen Elizabeth II. mit T-Shirts.

shz.de von
17. Juli 2015, 12:15 Uhr

Wedel | Nachdem die Wedelerin Nicole Leidenfrost der Queen ein Pferdebild gemalt hatte, ergossen sich Spott und Häme über die Künstlerin. Besonders britische Medien lästerten über das „peinliche“ Geschenk von Bundespräsident Joachim Gauck an Queen Elizabeth II. Doch nun dreht Leidenfrost den Spieß um und macht aus der Negativpresse ein Geschäft.

Die Künstlerin, die in Wedel lebt und arbeitet, lässt neuerdings T-Shirts bedrucken. Auf ihnen ist das Bild von ihr zu sehen, das sie für die Queen gemalt hat. Darunter prangt der Spruch: „If you don’t like it, get this marzipan.“ Auf Deutsch bedeutet das: „Wenn’s Ihnen nicht gefällt, nehmen Sie das Marzipan.“ Diesen Satz richtete Gauck an Ihre Majestät, als das Pferdebild offensichtlich Verwirrung bei der Queen stiftete. Das Gemälde sollte sie als kleines Mädchen auf einem Pony zeigen. Daneben ihr Vater, King George VI. Doch die Queen wollte ihren Vater nicht so recht erkennen. Und das Blau des Ponys erschien ihr „strange“, also befremdlich. Dann doch lieber Süßigkeiten aus Lübeck?

„Es ist ein großer Spaß. Und ein Test-Ballon. Ich schaue einfach mal, was draus wird“, sagt Leidenfrost. Ihre Idee war ursprünglich, Handtaschen mit Motiven ihrer Gemälde bedrucken zu lassen. Und dann kam der Zufall dazu. „Ich habe Papprollen für den Versand von Bildern gesucht. Bei einem Wedeler Unternehmen wurde ich fündig. Die Mitarbeiter dort haben mich sofort wiedererkannt“, sagt Leidenfrost. Weil die Firma gerade in eine neue Druckmaschine für Textilien investiert hatte, kam prompt der Vorschlag: „Drucken Sie doch das Queen-Bild auf T-Shirts.“ Gesagt, getan. Die Künstlerin klärte offene Fragen zum Urheber- und Strafrecht mit einem Anwalt. Ein paar Prototypen sind inzwischen fertig. Wenn genug Bestellungen zusammenkommen, gehen die Hemden in Druck. Es wird sie in allen Größen, normal geschnitten und tailliert, geben.

Handtaschen, Schokolade, Marzipan, Tassen: Leidenfrosts Werke könnten zahlreiche weitere Artikel zieren. Ihre Gemälde zumindest scheinen gefragt zu sein. „Es läuft gut“, sagt Leidenfrost. Der Medienrummel ist inzwischen eingepreist. Kosteten vor dem Queen-Besuch viele Bilder, die in Leidenfrosts Online-Galerie angeboten wurden, zwischen 500 und 1500 Euro, sind es inzwischen 3000 bis 4000 Euro. Das teuerste ist für 7000 Euro zu haben. Neu hinzugekommen sind seitdem erst drei Gemälde. „Mir bleibt einfach zu wenig Zeit“, sagt Leidenfrost. Demnächst steht auch noch ein Umzug an. Der Mietvertrag ihrer Galerie in Hamburg-Othmarschen läuft aus. Die Künstlerin will gern in der Nachbarschaft bleiben: „Es gibt noch genug schöne Lokale an der Waldstraße.“

Was aus dem blauen Pony geworden ist, weiß sie nicht. „Ich habe vom Königshaus keine Rückmeldung bekommen. Vielleicht wird es mal bei dem kleinen Prinz George im Kinderzimmer hängen.“

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