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Die Tür mit dem Fußball öffnen : Blau-Weiß 96 Schenefeld bietet offenes Training für Flüchtlinge an

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Für das Training, das immer dienstags angeboten wird, werden noch Unterstützer und Mitspieler gesucht.

Schenefeld | Kurz vor Beginn des wöchentlichen offenen Fußballtrainings für Flüchtlinge und Schenefelder Aktive bildet sich eine kleine Schlange vor dem Auto von Trainer Fabio Bandow. Einige der Spieler kennen Coach Bandow bereits aus dem Flüchtlingscafé, in dem er regelmäßig Ballspiele anbietet. Er wird von den Männern mit Handschlag begrüßt.

Der Fußballer, der ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) bei Blau-Weiß 96 Schenefeld absolviert, hat den Kofferraum geöffnet und verteilt Trikots, Trainingsjacken und Bolzschuhe an seine Schützlinge, die aus Eritrea, Syrien oder Afghanistan kommen und noch keine Sportausrüstung besitzen. Einige wurden bereits bei vorherigen Treffen eingekleidet. Pinke Schuhe sorgen bei einem Mann aus Eritrea für viel Gelächter, trotzdem zieht er sie an. Sie passen.

So ausgerüstet, laufen die jungen Männer auf den Grandplatz an der Blankeneser Chaussee und fangen an, sich den Ball zuzuspielen. „Seit einigen Wochen bieten wir das offene Fußballtraining an“, sagt Frank Böhrens, Geschäftsführer bei Blau-Weiß. Nicht nur Flüchtlinge sollen hier ungezwungen spielen, sondern auch Schenefelder können zu dem Dienstag-Kick von 16.30 bis 17.30 Uhr vorbeikommen.

„Das Schöne am Sport ist, dass es keiner Sprache bedarf“, sagt Andreas Wilken, Leiter der Fußballsparte des Sportvereins. Meist würde einfach ein Ball genügen. Trotzdem, so Trainer Bandow, würde auf dem Platz bereits versucht, Deutsch zu sprechen. „Beim Zuspielen hört man schon öfters ‚Bitte‘ und ‚Danke‘“, sagt er. Im Fokus der Treffen stehe erstmal vor allem das gemeinsame Spielen. Ein Vorteil sei dabei, dass die Fußballregeln überall gleich seien.

Den Weg in den Verein öffnen

Wenn die Flüchtlinge Gefallen am Sport finden, soll ihnen auch der Weg in den Verein geöffnet werden. „Uns geht es um eine längerfristige Integration“, sagt Vereinsboss Böhrens. Zu diesem Zweck hat der Verein den Sozialfonds für Sportpatenschaften (siehe Infokasten) eingerichtet, mit dem der Mitgliedsbeitrag für Flüchtlinge und Bedürftige bezahlt werden kann. Die FSJlerin Catharina Skodda erarbeitet aktuell zudem ein Angebot für Frauen. „Da tasten wir uns noch ran“, so Böhrens. Man müsse die Tür aufmachen und so eine Integration ermöglichen.

Der Verein will außerdem ein Sportangebot in der Halle anbieten. „Jedoch fehlen noch entsprechende Schuhe,“ sagt Böhrens, der sich vorstellen kann, dass aus dem Sportangebot ein Austausch werden könne. Zum einen könnten die unterschiedlichen Abteilungen des Vereins ihr Angebot vorstellen, zum anderen kann sich Böhrens vorstellen, dass die Teilnehmer Sportarten aus ihren Heimatländern präsentieren können.

Auf dem Bolzplatz ist klar, was gespielt wird, auch wenn Trainer Bandow und seine Helfer noch keine Anweisungen gegeben haben, wird bereits kräftig aufs Tor geschossen. Es wird gelacht, gejubelt und gemeinsam gespielt.

INTEGRATION Hilfe gesucht

Kleiderspenden: Blau-Weiß 96 sucht gebrauchte Hallenschuhe, um das Sportangebot für Flüchtlinge im Winter ausweiten zu können. Patenschaften: Der Sozialfonds für Sportpatenschaften ermöglicht es Flüchtlingen und anderen Bedürftigen, Mitglied der Spielvereinigung zu werden. Spenden werden auf dem Konto mit der Iban-Nummer DE06221914050078000453 – (BIC GENODEF1PIN) entgegengenommen. Mitspieler: Das offene Fußballtraining findet immer dienstags von 16.30 bis 17.30 Uhr auf dem Grandplatz an der Blankeneser Chaussee statt.

 
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erstellt am 22.Okt.2015 | 10:00 Uhr

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