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„Zartbitter“ : Bissig, böse und politisch unkorrekt

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Pinneberger Forum Theater spielt „Zartbitter“, eine Komödie von Lars Lienen. Premiere ist am 15. Februar. Zum ersten Mal führt Katja Korinth Regie.

Pinneberg | Auf die nächste Premiere des Pinneberger Forum Theaters kann sich das Publikum besonders freuen. Denn es bekommt das, was es will: eine Komödie. Gründungsmitglied Katja Korinth, bisher als Schauspielerin auf der Bühne zu sehen, führt zum ersten Mal Regie. „Zartbitter“ von Lars Lienen hat die quirlige Theaterbegeisterte in die Mitgliederversammlung eingebracht, die einmal im Jahr basisdemokratisch über den Spielplan der Amateurbühne abstimmt – und den Zuschlag bekommen. Die Zustimmung für eine Aufführung nicht weil, sondern obwohl das Stück eine Komödie ist.

In erster Linie spiele das Forum Theater doch wohl „ernste“ Stücke, erklärt Korinth. Sie allerdings hat das Publikum befragt und herausgefunden, dass geschätzte 95 Prozent auf die Frage, was sie denn am liebsten sehen wollten, „eine Komödie“ geantwortet hätten. Mit Zartbitter bekommen die Zuschauer also das, was sie wollen – in herrlich bissigböser Zuspitzung und garantiert politisch unkorrekt, freut sich die Regisseurin.

Und nicht nur sie ist begeistert von ihrer Ausgrabung, die Autor Lienen äußerst theatertauglich aufs Papier brachte, denn der Bühnenfuchs ist außerdem als Schauspieler, Sänger und Regisseur auf deutschen Bühnen unterwegs. Auch Kirsten Sören – eine der beiden Akteure im Zwei-Personen-Stück – war sofort hingerissen. Nach einer dreiviertelstunde Lesestudium habe sie unverzüglich zugesagt, erzählt Sörensen. „Wow, das ist genau meine Rolle“, schoss es ihr durch den Kopf.

Sörensen spielt die Chocolatière Samantha (Sam), deren absolute Weltklasse aus dem kleinen französischen Schokoladenfachgeschäft eine überregionale Attraktion gemacht hat. Mittlerweile könnte Sam gut Unterstützung gebrauchen. Doch sie schlägt alle Kandidaten aus. Dann erscheint allerdings Tom, ebenso ein Meister seiner Profession, und überzeugt Sam vollkommen. Die Zusammenarbeit läuft ausgezeichnet. Bis Sam erfährt, dass Tom schwul ist. Damit hat sie ein Problem. Und deswegen bestimmen ab jetzt Provokationen jeglicher Art den Alltag der beiden. Doch dann kommt es doch nochmal alles ganz anders.

Die Auflösung des Konflikts ist eine sehr überraschende Wendung, doch mehr wollen die Akteure nicht verraten. Lustig wird’s auf alle Fälle. Sie lachen viel, während sie von den Proben erzählen. Forum-Spieler Christian Eikhof, der den Tom gibt, beteuert, dass Homosexualität für die Message des Stücks keine Rolle spielt: „Es geht um Beziehungen, ganz allgemein, und deren Probleme.“ „Aber die Beziehung hetero-schwul macht es noch witziger“, entgegnet Sörensen – und lacht.

Regisseurin Korinth, die inszenieren aus der Entfernung als anstrengend und langweilig einschätzte, ist mittlerweile total begeistert: „Die Theaterproben sind mein Highlight der Woche“, sagt sie. Zwei der vier Lieder hat sie kurzerhand ausgetauscht und auch sonst kommen ihr in ihrer ersten Regie jede Menge Einfälle in den Sinn. „Zartbitter“, die 88. Produktion des Forum Theaters, hat am Sonnabend, 15. Februar, in der Ernst-Paasch-Halle (Lindenstraße 10) Premiere. Beginn ist um 19.30 Uhr, Karten kosten zehn, ermäßigt 7,50 Euro. Anschließend folgen am selben und am folgenden Wochenende noch vier weitere Vorstellungen der Komödie.

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erstellt am 05.Feb.2014 | 16:00 Uhr

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