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Anklage wegen versuchten Mordes : Birol K. steht vor Gericht

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Der Prozess vor dem Landgericht Itzehoe um einen Säureanschlag in Pinneberg beginnt mit Geständnis des Angeklagten.

Richter Eberhard Hülsing eröffnete am Montag am Landgericht Itzehoe den Prozess gegen Birol K.. Dieser ist angeklagt, im Juli 2013 mit Salzsäure und einem Küchenmesser versucht zu haben, seine Ehefrau Dorota K. in Pinneberg auf offener Straße zu ermorden. Die Frau überlebte schwer verletzt und sagte im Gericht als Zeugin aus.

Sonnabend, 20. Juli 2013, gegen zwölf Uhr: Dorota K. ist auf dem Weg zur Arbeit, als sie auf der gegenüberliegenden Straßenseite ihren Ehemann erblickt. Die beiden leben bereits seit März getrennt. Damals holte Birol K. seine Frau aus dem Krankenhaus ab, stieg am Bahnhof aus dem Auto, weil er angeblich einen Termin hatte und kam nie wieder in die gemeinsame Wohnung zurück. Sie reichte die Scheidung ein. Als sie ihn auf ihrem Arbeitsweg trifft, hält er sie an und sagt: „Schatz, ich will mit dir reden.“ Die 45-Jährige hat keine Lust: „Unsere Anwälte können miteinander reden. Du hast mich zu sehr verletzt“, sagt sie. Schließlich hatte er sie verlassen, als sie gerade mit der Diagnose Brustkrebs konfrontiert wurde. So schilderte Dorota K. gestern vor der Strafkammer das Aufeinandertreffen zwischen ihr und ihrem Ehemann.

Nach diesen ersten Worten sei die Stimmung des 54-Jährigen plötzlich gekippt. Er habe seine Frau überholt, sich Arbeitshandschuhe angezogen, eine Flasche mit 30-prozentiger Salzsäure hervorgeholt und damit auf sie gezielt. Sie habe um Hilfe geschrien, versucht zu flüchten. Doch dann habe er ein Küchenmesser in der Hand gehalten und damit auf sie eingestochen. Erst als der Fahrer eines Transportwagens neben ihr angehalten und die Seitentür geöffnet habe, habe sie fliehen können. Mit lebensgefährlichen Verletzungen - neun Stichwunden, davon vier im Bauchbereich sowie Verätzungen am Hals und am Hinterkopf – sei sie ins Krankenhaus gekommen und dort notoperiert worden.

Dass sich die Tat so abgespielt haben könnte, bezweifelte auch Birol K. gestern nicht. Er ließ durch seinen Verteidiger Wolf Dieter Reinhard eine Einlassung vorlesen, in der er sich schuldig bekannte und sein Handeln bedauerte. Erinnern könne er sich an die Tat nicht, denn er habe psychische Probleme. „Auf keinen Fall wollte ich meine Frau verletzen. Ich weiß, dass ich für die Tat verurteilt werden muss und verurteile mich selbst dafür“, ließ er das Gericht wissen.

Dorota K. sagte jedoch aus, dass ihr Mann ihr während der fünfjährigen Ehe mehrfach gedroht habe. Zudem habe er einmal mit einer Metallstange die Scheiben ihres Autos zerschlagen, ein anderes Mal sei er abends mit einer Pistole nach Hause gekommen, berichtete die 45-Jährige. „Ich war mir da nicht sicher, ob ich das überlesen werden.“

Der Prozess wird am kommenden Dienstag in Itzehoe fortgesetzet.

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erstellt am 21.Jan.2014 | 06:00 Uhr

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