Bildung 4.0: So geht heute Unterricht

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Lehrkräfte brauchen ganz neue Kompetenzen

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22. März 2018, 16:12 Uhr

Die fortschreitende Digitalisierung hat unser aller Leben in den vergangenen Jahren ebenso nachhaltig verändert wie einst die industrielle Revolution. Das gilt für die Wirtschaft im Besonderen, aber auch für unsere Gesellschaft und alle Bereiche individueller Lebenswelten. Vor allem revolutioniert der Einsatz neuer Medien und damit innovativer Informations- und Kommunikationstechnologien die Bildung und ist aus dem Unterricht nicht mehr wegzudenken. Lernmanagementsysteme, interaktive Smartboards oder Lern-Apps sind nur drei von unzähligen Stichworten und werden von Lernenden bereits in der Schule gefordert und eingesetzt. Das stellt Lehrer und Pädagogen in Schule, Jugendbildung oder beruflicher Bildung vor neue Herausforderungen.
Der Einsatz digitalisierter Lernmethoden und -elemente erfordert neue pädagogische Kompetenzen und Fertigkeiten. „Ein souveräner Umgang mit Medien innerhalb und außerhalb des Unterrichts, der medienpädagogische, mediendidaktische sowie medienerzieherische Fähigkeiten als auch das Wissen über rechtliche Rahmenbedingungen mit sich bringt, ist dabei der Schlüssel zum Erfolg", sagt Matthias Dütschke, Geschäftsführer der Wirtschaftsakademie Schleswig-Holstein. Um Lehrende im Zeitalter der Digitalisierung und digitaler Bildung zu unterstützen, hat die Wirtschaftsakademie Schleswig-Holstein eine Seminarreihe mit dem Titel „Medienpädagogische Handlungskompetenzen“ entwickelt, die auch am Standort Elmshorn angeboten wird. Die einzelnen Module ermöglichen es pädagogischen Mitarbeitern, ihre Medienkompetenz zu professionalisieren und entsprechende didaktische Fertigkeiten zu vertiefen. Zudem liefern sie neue Ideen sowie praktische Tipps für den Unterricht. Ziel ist ein umfassendes Medienverständnis, das neue digitale Medien als Chance für einen kreativen und innovativen Unterricht anerkennt.
Der Einsatz von Online-Lerneinheiten und die Einbindung von neuen Medien in den Unterricht setze voraus, dass man Lehrkräfte oder Dozenten auf diesem Weg mitnehme, sagt die Elmshorner Niederlassungsleiterin der Wirtschaftsakademie, Melanie Andresen. „Wollen wir sie und ihren Unterricht erfolgreich machen, müssen wir ihnen die Unterstützung zukommen lassen, die sie benötigen.“ Deshalb sei die Digitalisierung das aktuelle Kernthema, das alle Prozesse der Akademie bestimme. Auch die Kommunikationswissenschaftlerin Eileen Simke, Key-Account-Managerin Digitale Aus- und Weiterbildung bei der Wirtschaftsakademie, sieht im digitalen Unterricht mehr als das Zeigen von You-Tube-Videos. „Natürlich kann man dieses Medium nutzen und einsetzen, aber bei der digitalen Transformation geht es um ein stimmiges Gesamtkonzept, das sich am Lernziel orientiert und an die Zielgruppen und Lernertypen angepasst werden muss“, sagt sie.
Nach Ansicht Simkes braucht völlig neues Wissen und neue Kompetenzen, wer unter den verschiedenen Lernmethoden wählen, Online- und Offline-Komponenten kombinieren und verschiedene Medienformen nutzen wolle. „Dieses Wissen war in der Vergangenheit gar nicht verfügbar, weil es die Möglichkeiten schlicht nicht gab“, so Simke. Hinzu komme, dass sich aus den technischen Weiterentwicklungen immer schneller neue Anwendungsmöglichkeiten in der Pädagogik ergäben. Ein gutes Beispiel seien die Lern-Apps, inzwischen ein riesiger und sich ständig verändernder Markt.
Eine Alternative gibt es nach Ansicht der Fachleute nicht mehr. Zu groß seien die Chancen, Jugendliche und Erwachsene auf diese neue Art und Weise für das Lernen zu begeistern. „Als Stichwort sei die Gamification genannt. Darunter versteht man den Einsatz spieltypischer Elemente wie Belohnungen oder Fortschrittsbalken, um Lerninhalte mit noch mehr Spaß zu präsentieren", erklärt Akademiegeschäftsführer Dütschke. Dadurch könne es gelingen, beispielsweise auch leistungsschwächere Schülerinnen und Schüler neu zu motivieren. Entscheidend sei jedoch, die Lehrenden dabei nicht allein zu lassen und sie mit dem notwendigen Werkzeug auszustatten.

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