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Pinneberger Tageblatt

23. Oktober 2017 | 18:12 Uhr

Pinneberg : Bildhauerei aus dem Quellental

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Holger Hoyer fertigt Skulpturen aus Steinblöcken an und stellt sie in Haus und Garten auf. Vorbilder liegen im Süden Afrikas.

von
erstellt am 16.Feb.2016 | 14:00 Uhr

Pinneberg | Im Garten von Holger Hoyer ist so manches anders als bei seinen Nachbarn. Statt auf Blumenbeete und Obstbäume stößt der Besucher auf dem Grundstück im Quellental alle paar Meter auf steinerne Skulpturen. Der 70-Jährige hat sie selbst aus massiven Steinblöcken gehauen, das Hobby bedeutet für ihn Entspannung.

Zehn Jahre ist es her, seit der pensionierte Chirurg die Bildhauerei für sich entdeckt hat. In Berührung gekommen sei er damit über einen Arbeitskollegen seiner Frau, der Verbindungen zu einer Künstlerkolonie in Simbabwe im Süden Afrikas gehabt habe. „Dort wurden sogenannte Shona-Skulpturen hergestellt, das sind Skulpturen aus Serpentinit, die Menschen, Tiere oder auch Fabelwesen darstellen“, sagt Hoyer. In Hamburg habe er dann einen Workshop besucht – die ersten Gehversuche als Bildhauer. Mittlerweile kann er mit Hammer und Meißel ähnlich gut umgehen wie früher mit dem Skalpell – auch Chirurgen seien der wörtlichen Entsprechung nach schließlich lediglich „Handarbeiter“.

Um die 15 Skulpturen hat der Pinneberger, der in Rathen an der Oberelbe geboren wurde, bislang gefertigt und aufgestellt – außer im Garten auch innerhalb seines Hauses. In seiner Werkstatt türmen sich die Rohblöcke, die er von Freunden bezieht. „Davon habe ich wahrscheinlich genug bis an mein Lebensende.“ Hoyer arbeitet bis heute ausnahmslos mit Serpentinit. Das Gestein, das etwas leichter sei als beispielsweise Granit, zeichne sich vor allem durch eine schöne Farbgebung von Grün über Grau bis hin zu Schwarz aus – wie genau, das zeige sich häufig genug erst beim Bearbeiten.

Das gilt auch für die Wahl der Motive. In Hoyers Bestand finden sich unter anderem Büffel-, Vogel-, Schlangen- sowie mehrere Frauenfiguren. Doch wenn der 70-Jährige mit einem neuen Werk beginnt, dann weiß er in der Regel nicht, was am Ende dabei herauskommt. „Ich schleiche dann so lange drumherum, bis mir etwas einfällt.“ Zu den Arbeitsschritten, die ihm am meisten Spaß machen, zähle das Schleifen und Glätten mittels Sandpapier. „Die Oberflächen völlig porenfrei zu bekommen, ist einfach unheimlich befriedigend.“

Der Büffel begrüßt Besucher im Wohnzimmer des Arztes. (Foto: Werner)
Der Büffel begrüßt Besucher im Wohnzimmer des Arztes. (Foto: Werner) Foto: Werner
 

Wie viele Stunden Freizeit er in seine Skulpturen steckt? Hoyer schüttelt den Kopf. „Das ist bei jeder anders.“ Bei größeren Exemplaren sei er allerdings durchaus einige Monate beschäftigt. Aktuell ruhten die Arbeiten allerdings – im Winter sei es für die Bildhauerei draußen einfach zu kalt. Doch wenn es die Temperaturen zulassen, dann legt der 70-Jährige wieder los. „Zum Glück habe ich verständnisvolle Nachbarn, die die Lautstärke tolerieren“, sagt er. Dafür verzichte er im Gegenzug auf die Arbeit an Sonntagen.

Von der Idee, mit seinen Werken Geld zu verdienen, will Hoyer indes nichts wissen. „Ich weiß nicht, ob sie solchen Ansprüchen genügend würden“, sagt er voller Bescheidenheit. Dazu gezwungen – etwa aus Kapazitätsgründen – sei er ohnehin nicht. „In meinem Garten“, sagt er, „ist noch genügend Platz für viele weitere Figuren.“

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