Bilder aus Rost und Lehm

„Lehmgedicht“: Die Künstlerin Inken Woldsen (von links), Museumsleiterin Ina Duggen-Below und Marco Klose von Fielmann  zeigen eines der Werke von 1989.
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„Lehmgedicht“: Die Künstlerin Inken Woldsen (von links), Museumsleiterin Ina Duggen-Below und Marco Klose von Fielmann zeigen eines der Werke von 1989.

Das Pinneberg Museum erhält drei neue Werke der Künstlerin Inken Woldsen

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30. Januar 2018, 16:22 Uhr

Metall, Erde, Wasser, Tuch – das sind die Materialien, die die Pinneberger Künstlerin Inken Woldsen braucht, um ein Bild zu gestalten. Keine Leinwand, keinen Pinsel, keine Farbe. Eingegraben in den Boden entstehen über Wochen durch Korrosion ganz individuelle Abdrücke auf dem Tuch. Immer unterschiedlich, je nach Bodenbeschaffenheit und Wetterlage. Drei dieser außergewöhnlichen Bilder gehören nun dem Pinneberg Museum. Ab März werden sie – gemeinsam mit einer Ausstellung der Künstlerin – im Museum zu sehen sein.

Die drei Bilder sind eine Schenkung der Fielmann AG, die das Museum über dessen Förderverein seit 16 Jahren unterstützt. Überreicht wurden sie gestern. Marco Klose, Fielmann-Filialleiter aus Pinneberg, erläutert: „Für Herrn Fielmann ist es wichtig, Museen zu unterstützen. Nicht die großen, sondern die kleinen lokalen, die nicht so viel Förderung bekommen.“ Und die Leiterin des Pinneberg Museums, Ina Duggen-Below, ist dankbar. „Das ist ein wesentliches Standbein für uns“, sagt sie. „Seit zwei Jahren ist ein neuer Schwerpunkt unsere Sammlung für zeitgenössische Kunst. Ohne die Förderung hätten wir gar keine Chance, die zu erweitern.“ Woldsen ist die dritte Künstlerin, deren Werke darin aufgenommen wurden – insgesamt umfasst die Sammlung nun sieben Werke. Duggen-Below hat die Bilder selbst ausgesucht.

Entschieden hat sie sich für Erstlingswerke dieser Art – zarte Farben und Verläufe zieren die drei Tuchstücke. „Es gibt auch Werke mit viel kräftigeren Farben“, sagt Woldsen. Die frühen Werke von 1989 entstanden in einem Steinbruch in Untersberg in den Berchtesgardener Alpen. Dort kam ihr erstmals die Idee: „Ich war Steine klopfen und ein Lehmbach floss mitten durch den Steinbruch“, sagt sie. „Außerdem fand ich dort alte, rostige Schrauben. Ich war von der Farbe fasziniert.“

Woldsen besorgte T-Shirts, wickelte das Metall darin ein und legte beides in den Bach – das Resultat sind unter anderem die drei Bilder, die jetzt dem Pinneberg Museum gehören. Nach ihrem Schlammbad wurden die T-Shirts gereinigt, gebügelt und auf Papier gezogen. Dabei passiert der Farbe auf dem Stoff nichts: „Rost ist stärker als alle künstlichen Pigmente“, sagt Woldsen.

Die Bilder werden erstmals zusammen mit der Ausstellung „Handeln durch Nicht-Handeln“ zum 70. Geburtstag Woldsens gezeigt. Ab dem 2. März können Besucher weitere Tuch-Kunstwerke und Plastiken bewundern.

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