Kreis Pinneberg : Bigamie-Vorwurf: Strafanzeige gegen Landrat Stolz

Landrat Oliver Stolz machte deutlich: „Mehrehen sind in Deutschland verboten und aus einer solchen im Ausland geschlossenen Ehe können keinerlei Ansprüche abgeleitet werden.“

Landrat Oliver Stolz machte deutlich: „Mehrehen sind in Deutschland verboten und aus einer solchen im Ausland geschlossenen Ehe können keinerlei Ansprüche abgeleitet werden.“

Der Fall von zwei Flüchtlingen, die je mit zwei Ehefrauen zusammenleben, beschäftigt die Staatsanwaltschaft Itzehoe.

shz.de von
03. Februar 2018, 09:03 Uhr

Die Debatte über syrische Flüchtlinge, die mit mehreren Frauen im Kreis Pinneberg zusammenleben, beschäftigt jetzt auch die Staatsanwaltschaft Itzehoe. Nach Angaben des Sprechers der Staatsanwaltschaft, Peter Müller-Rakow, sind dort in den vergangenen Tagen insgesamt drei Anzeigen eingegangen. Diese richten sich zum einen gegen die syrischen Familien und zum anderen gegen Landrat des Kreises Pinneberg, Oliver Stolz. Der Vorwurf: Bigamie beziehungsweise Förderung der Bigamie.

Wie berichtet, waren in den vergangenen Wochen mindestens zwei Fälle bestätigt worden, in denen im Kreis Pinneberg Männer mit zwei Frauen, mit denen sie nach islamischem Recht verheiratet sind, zusammenleben.

Laut einer am Dienstag verbreiteten Mitteilung stellte Landrat Stolz aber klar: „Mehrehen sind in Deutschland verboten, und aus einer solchen im Ausland geschlossenen Ehe können keinerlei Ansprüche abgeleitet werden.“ Und weiter sagte er: „Wir haben allerdings keinen Einfluss auf im Ausland geschlossene Lebensbündnisse.“

Im ersten Fall war laut Verwaltung zunächst der bereits volljährige Sohn einer syrischen Familie mit drei kleineren Geschwistern eingereist und erhielt Flüchtlingsstatus. Dann sei deren Mutter mit zwei weiteren Kindern nach Deutschland geflohen. Es folgte deren Ehemann mit seiner zweiten Ehefrau und zwei gemeinsamen weiteren Kindern. Alle wurden dem Kreis Pinneberg zugewiesen.

Im zweiten Fall hatte eine syrische Familie, bestehend aus den Elternteilen und zwei Kindern, den Kreis Pinneberg erreicht. Über die sogenannte Dublin-Regelung kam dann die zweite Ehefrau mit drei Kindern.

Die Staatsanwaltschaft prüft nun, ob der Anfangsverdacht berechtigt ist. Dann wird gegebenenfalls Anklage erhoben.

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