Videoüberwachung in Elmshorn : Big Bahnhof

Die Hinweisschilder sind angebracht – das Überwachungssystem am Holstenplatz  ist aber noch nicht scharf geschaltet.
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Die Hinweisschilder sind angebracht – das Überwachungssystem am Holstenplatz ist aber noch nicht scharf geschaltet.

Vier Kameras sollen ab den kommenden Wochen am Elmshorner Bahnhof für Sicherheit sorgen - der Alarm wird automatisch ausgelöst.

shz.de von
29. November 2013, 16:00 Uhr

Vier Kameras sind schon installiert. Auch Schilder weisen bereits daraufhin: In Elmshorn wird in den kommenden Tagen eine Maßnahme umgesetzt, um den Bahnhof und sein Umfeld sicherer zu machen: Ein Überwachungssystem wird scharf geschaltet. Elmshorn ist damit im Kreis Pinneberg Vorreiter für die Videoüberwachung im öffentlichen Raum. Denn eine vergleichbare Anlage gibt es bislang nicht.

„Es sind noch einige Leitungen nicht ganz fertig. Ich hoffe aber, dass es in der nächsten Woche losgehen kann“, sagt Martina Sözen, vom zuständigen Amt für Bürgerbelange in Elmshorn.

Damit geht die Stadt den nächsten Schritt für mehr Sicherheit am Bahnhof und am Holstenplatz. Aggressives Betteln, Pöbeleien, lautstarke Auseinandersetzungen und Schlägereien hatten immer wieder zu Aufregungen und Polizeieinsätzen geführt. Die Einrichtung einer Anlaufstelle der Bundespolizei, verbunden mit verstärktem Einsatz der Beamten am Bahnhof, hat mittlerweile Wirkung gezeigt. Auch die Verlegung der Fahrkartenautomaten weg aus dem dunklen Tunnel auf den helleren Bahnsteig hat den zum Teil aggressiven Bettlern den Spaß an ihrem Tun verdorben.

Nun soll mit der Videoüberwachung die nächste Maßnahme folgen. Vier Kameras im Tunnel zwischen Königstraße und Mühlenstraße sind bereits installiert. Weitere zwei am Holstenplatz sollen folgen. Die Monitore werden bei der Polizei in der Moltkestraße aufgestellt.

Das Aufstellen der Anlage hatten SPD, CDU und FDP im Kollegium beschlossen. Zirka 40 000 Euro kostet das die Stadt. Die Grünen hatten der Stadt „Überwachungswahn“ unterstellt und dagegen gestimmt. Stadtrat Volker Hatje hatte die Unterstellungen von Peter Hölzel (Grüne) energisch zurückgewiesen: „Wenn Schleswig-Holsteins schärfster Datenschützer, Thilo Weichert, das System bedenkenlos freigibt, dann muss auch Herr Hölzel einmal die Kirche im Dorf lassen.“

Die Bilder werden verpixelt dargestellt. Sie können allerdings, beispielsweise zur Aufklärung von Straftaten, von der Polizei entschlüsselt werden. Das System kommt auch ohne ständige menschliche Bedienung aus, so Thorsten Bedendahl, Gesellschafter der Firma Kiwi-Security, die die Anlage installiert hat. Die Software kann aufgrund von gespeicherten Daten den Bilden definierte Alarmsituationen zuweisen. Die Polizei kann dann schnell eingreifen. Stadt und Polizei erhoffen sich von der Überwachungsanlage einen spürbaren Rückgang der Straftaten am Bahnhof.

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