„Dorfbahnhof? Nein Danke!“ : BI sammelt 6000 Unterschriften

Die Mitglieder der BI „Dorfbahnhof? Nein Danke!“ und Bürgermeister Roland Krügel (Dritter von rechts) freuen sich über die Unterschriften der Rathaus-Chefs aus den Nachbarorten.
Die Mitglieder der BI „Dorfbahnhof? Nein Danke!“ und Bürgermeister Roland Krügel (Dritter von rechts) freuen sich über die Unterschriften der Rathaus-Chefs aus den Nachbarorten.

Bürgermeister unterschreiben bei der Bürgerinitiative „Dorfbahnhof? Nein Danke!“ für mehr Zughalte in Tornesch.

shz.de von
25. Oktober 2014, 16:25 Uhr

Das Thema ist zwar nicht neu, aber nach wie vor lästig – besonders für Pendler, die darauf angewiesen sind: Die Rede ist von den Zughalten in Tornesch. Nicht nur Bürgermeister Roland Krügel findet, dass die Verbindungen nicht ausreichen. Vor etwa einem Monat hatte sich deshalb die Bürgerinitiative (BI) „Dorfbahnhof? Nein Danke!“ formiert, um mehr Druck auf die Landesregierung und insbesondere auf die für die Fahrpläne zuständige Verkehrsgesellschaft LVS auszuüben.

In den vergangenen drei Wochen hat die BI 6000 Unterschriften gesammelt. Krügel ist sehr zufrieden mit der Initiative. Er versucht seit Jahren in Kiel Gehör zu finden. Für die LVS fand er gewohnt deutliche Worte: „Wir wollen jede halbe Stunde eine Verbindung zum Hamburger Hauptbahnhof und nach Altona. Wenn wir nicht über eine BI Druck machen und Unruhe in Kiel erregen, passiert gar nichts.“

Die umliegenden Orte sind auch mit im Boot: Gestern haben Andrea Hansen, Bürgermeisterin von Uetersen, Thorsten Rockel, Rathaus-Chef in Seester-Mühe, und der Bürgermeister von Heist, Jürgen Neumann, die Unterschriftenliste öffentlichkeitswirksam direkt an den Bahnsteigen in Tornesch unterschrieben. Die anderen Rathaus-Chefs sollen noch folgen. Ein Dorn im Auge ist Krügel der neue Fahrplan ab Dezember, der weniger Halte vorsieht als bisher. Derzeit sind es täglich 51 Züge, ab Dezember sollen es 44 sein. Der neue Fahrplan sieht auch einen weiteren Regional Express vor, der auch in Tornesch halten könnte, sagt Krügel. Vorgesehen ist das bisher nicht.

Die Initiatorin Gisela Hüllmann zeigte sich ebenfalls weiterhin kämpferisch. Sie und ihre zwölf Mitstreiter hätten fast durchweg positive Resonanz aus der Bevölkerung erfahren. „Viele kommen schon auf uns zu und wollen auch unterschreiben.“ Damit die Mitglieder der BI auch gleich gesehen werden, haben sie bedruckte, rote Windjacken bekommen, finanziert von den Stadtwerken. In der kommenden Woche sollen am Bahnhof Unterschriften gesammelt werden. Die Listen liegen auch in den Rathäusern und Geschäften aus. Am Ende sollen sie in Kiel übergeben werden. Bernhard Wewers, Geschäftsführer der Verkehrsgesellschaft habe sich bereits gesprächsbereit gezeigt. Aber zunächst will Hüllmann genügend Unterschriften zusammen haben: „Erst dann haben wir auch etwas in der Hand.“

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