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Pinneberger Tageblatt

19. November 2017 | 08:02 Uhr

Bewegende Musik vom Leid Christi

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Chor Adonai präsentiert Crucifixion von Ruppel vor 120 Besuchern in Rellingen / Gelungene und seltene Darbietung in der Kirche

Einen erlesenen Musikgenuss erlebten 120 Besucher in der Rellinger Kirche. Der Adonai Gospelchor unter der Leitung von Eberhard Kneifel wagte sich an ein schwieriges Stück: Die Passionsbetrachtung „Crucifixion“ nach Spirituals von Paul Ernst Ruppel. Das von Posaune und Kontrabass sowie perkussiven Momenten begleitete Musikstück lebt von der klassischen Moderne – von lautmalerischen und experimentellen Ansätzen.

Bereits vor vier Jahren wagte sich Kneifel mit seinem Uetersener Chor an die Komposition Ruppels. „Es handelt sich um ein sehr gutes Stück“, begründete der Chorleiter die erneute Entscheidung für das Opus. Kneifel und sein Team enttäuschten das Publikum nicht und meisterten die große Herausforderung mit Bravour. Als Sprecher war für Christian Hild kurzfristig Gregor Schmitt eingesprungen.

Der gemischte Chor verlieh dem Stück einen besonderen Charakter und stellte die lyrischen Stärken des Werks professionell in den Vordergrund. Die Chormitglieder sangen dabei alle Texte auswendig. Durch die besondere Akustik in der Rellinger Kirche kam die rhythmische Ausdruckskraft der Komposition unter der sensiblen Führung des Chorleiters besonders zur Geltung. Es gelang dem feinsinnig und emotional agierenden Chor das anspruchsvolle Werk gekonnt zu Gehör zu bringen und die Dramatik des Sterbens Christi herauszuarbeiten. Unterstützt wurden sie dabei nur von den Solisten Michael Preiss (Posaune) und Hannelore Kleefeld (Kontrabass).
Die Tenorstimme von Nils Dunkel sang ausdrucksstark Passagen voller Schmerz und Hoffnung, Sehnsucht und Leidenschaft. Der Chor nahm den Dialog mit ihr ungezwungen an, antwortete durchdacht und vielgestaltig.

Kantor Oliver Schmidt freute sich, den Uetersener Chor für die Aufführung gewonnen zu haben. „Ein solches Angebot des Gospelchors Adonai kann man ja nicht ablehnen“, so Kantor Oliver Schmidt.

Er dankte Chorleiter Kneifel, Tenor Dunkel und den Solisten Preiss und Kleefeld am Ende des Konzertes mit jeweils einem Blumenstrauß.
Das zentrale Stück wurde eingerahmt von zwei Stücken des Komponisten Johann Sebastian Bach:

Das Praeludium in h-moll und die Choralbearbeitung über „Oh Mensch, bewein dein Sünde groß“. Besonders Anfang und Ende der in die Passionszeit passenden Stücke gingen unter die Haut.

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