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Mann aus Wedel verurteilt : Bewährungsstrafe und Therapie nach Webcam-Sex mit einem 13-Jährigen

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Das Landgericht Itzehoe verurteilt einen 49-Jährigen wegen Kindesmissbrauchs im Online-Chat zu sechs Monaten auf Bewährung und ordnet eine Therapie an.

shz.de von
erstellt am 24.Apr.2015 | 08:45 Uhr

Wedel/Itzehoe | Sechs Monate Freiheitsstrafe, ausgesetzt zur Bewährung, wegen sexuellen Missbrauchs eines Kindes: So lautete gestern das Urteil der Jugendkammer des Landgerichts Itzehoe gegen einen 49 Jahre alten Wedeler. Der Mann soll am 29. März des vergangenen Jahres über den Online-Dienst Skype mit einem 13 Jahre alten Jungen gechattet haben. Im Verlauf des Gesprächs hätten sich sowohl der Wedeler als auch sein Opfer vor der Webcam entkleidet und masturbiert.

Der 13-Jährige sei kurz nach Mitternacht, dem Tag seines 14. Geburtstags, von seiner Mutter vor der Webcam erwischt worden. Der Kontakt sei damit abgerissen. Die Polizei nahm die Ermittlungen auf und überführte den Wedeler. Der Mann gab zu, vor dem Kind masturbiert und den Jungen dazu bewegt zu haben, ebenfalls zu masturbieren.

Als Bewährungsauflage ordnete das Gericht eine ambulante Therapie in einer forensischen Psychiatrie in Kiel an. Zudem wird dem arbeitslosen Lagerarbeiter ein Bewährungshelfer gestellt. „Die Therapie darf nicht ohne dessen Zustimmung beendet werden“, mahnte der vorsitzende Richter, Eberhard Hülsing. Andernsfalls werde die Bewährungsstrafe in eine Haftstrafe umgewandelt. Auf ein Schmerzensgeld verzichtete das Gericht wegen der finanziellen Verhältnisse des Mannes, der seit 2012 von Hartz IV lebt, und auch zum Schutz des Opfers. „Ich weiß nicht, ob es sinnvoll ist, den Jungen an die Geschehnisse zu erinnern“, sagte Hülsing.

Verurteilter hat Jugendteam betreut

Darüber hinaus wurde dem Mann, der zwischenzeitlich ein Jugendfußballteam in Elmshorn betreut hatte, untersagt, Jugendliche zu unterrichten oder zu trainieren. Die Trainerstelle hatte der Wedeler bereits aufgegeben.

Der Angeklagte hatte während der Verhandlung von seinem Anwalt Dietmar Cyrus ein schriftliches Geständnis verlesen lassen, in dem er sich zunächst für sein Verhalten entschuldigte: „Es war nicht richtig, was ich getan habe. Ich habe niemals ein Kind angefasst und würde es auch nicht tun.“ In dem schriftlichen Geständnis berichtete der 49-Jährige zudem von dem Vorschlag des 13-Jährigen, sich in einem Schwimmbad zu treffen. „Er wollte das. Ich aber nicht.“ Sowohl schriftlich als auch als Schlussstatement beteuerte der Mann, der sich seit einem Jahr in einer Beziehung mit einer 43-jährigen Kielerin befindet: „Ich werde im Internet keine Minderjährigen mehr ansprechen. Durch die begonnene Therapie habe ich gelernt, solchen Situationen aus dem Weg zu gehen.“

Hülsing sagte in seiner Urteilsbegründung: „Wir glauben, dass die Verurteilung und das vorherige Ermittlungsverfahren dem Angeklagten sein Unrecht schon sehr deutlich vor Augen geführt haben.“ Zugunsten des Mannes, der 2011 wegen Besitzes kinderpornografischer Schriften zu einer Geldstrafe von 1600 Euro verurteilt worden war, legte das Gericht außer dem Geständnis auch die Aufnahme einer Verhaltenstherapie sowie sein Auftreten vor Gericht aus. „Sie haben Reue gezeigt und sich entschuldigt und wir werten das nicht nur als Lippenbekenntnis“, sagte Hülsing. Zudem habe für den Angeklagten gesprochen, dass er die Tat eine halbe Stunde vor dem Erreichen des 14. Lebensjahres des Jungen begangen habe. „Um 0 Uhr wäre ihre Tat nicht mehr strafbar gewesen“, so Hülsing. Allerdings habe der Angeklagte seine Taten langfristig vorbereitet und das Vertrauen des Jungen missbraucht, um sexuelle Handlungen einzufordern.

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