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„Kompliment für die Leistung“ : Betreuung von Asylbewerbern in Halstenbek

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Bundestagsabgeordneter Ernst Dieter Rossmann lobt das Engagement der Gemeinde Halstenbek.

Halstenbek | Bei den Zahlen erstarrt das Gesicht von Ernst Dieter Rossmann: 135 Asylbewerber, davon 40 Jugendliche, suchen zurzeit Zuflucht in Halstenbek. Acht bis zehn Flüchtlinge kommen monatlich dazu. Das Jahresgespräch mit Bürgermeisterin Linda Hoß-Rickmann in ihrem Amtszimmer nutzte der SPD-Bundestagsabgeordnete in gleichem Atemzug auch dazu, um „ein Kompliment an die Gemeinde“ loszuwerden: für das Engagement, die oft traumatisierten Menschen zu betreuen und menschenwürdig unterzubringen.

Rossmann, Mitglied des Bundestags in Berlin seit 1998 und seitdem auf der großen Politik-Bühne aktiv, versicherte im Beisein von SPD-Landtagsmitglied Kai Vogel sowie den Halstenbeker Gemeindevertretern Wiebke Themann und Helmuth Jahnke (beide SPD), dass die Bundesregierung die massiven Anstrengungen auf kommunaler Ebene aus der Ferne zu würdigen weiß.

Dass der Kraftakt Kommunen durchaus ideell und finanziell überfordern kann, weiß der Polit-Profi. Halstenbek mit 17.383 Einwohnern muss trotz Engpass ausreichend Wohnraum beschaffen und wagt das 500.000 Euro teure Experiment, im verwaisten Jugendtreff „A23“ Studenten und Flüchtlinge voraussichtlich ab Herbst unter einem Dach wohnen zu lassen. Nicht zu vergessen ist die Willkommenskultur mit bislang 50 betreuenden ehrenamtlichen Mitarbeitern. Zum Vergleich: In Rellingen sind 14.351 Einwohner gemeldet, der Baumschulengemeinde sind 113 Flüchtlinge zugewiesen, von denen zurzeit 68 vor Ort sind.

Rossmann verspricht: Während der nächsten Klausurtagung der SPD-Bundestagsfraktion soll endlich das anvisierte Euro-Paket in Höhe von weiteren 20 Millionen Euro für die Finanzierung von Sprachunterricht für Asylbewerber geschnürt werden.

Ein Detail, bei dem Landespolitiker Vogel hellhörig wurde: Schleswig-Holstein müsse sich in 2015 auf mehr als 20.000 Flüchtlinge vorbereiten, davon seien die Hälfte Menschen im jugendlichen Alter. Die Landesregierung habe reagiert: 240 neue Lehrkräfte für die DaZ-Klassen (Deutsch als Zweitsprache) seien eingestellt worden. Vogel sucht gleichzeitig die Auseinandersetzung mit dem Bundespolitiker: Generell sei darüber zu beraten, ob künftig Bildung noch Länderaufgabe sein müsse. Die Voraussetzungen bei 202  834 Asylsuchenden (2014) und bis Februar bereits 51.938 bundesweit hätten sich verändert.

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erstellt am 08.Apr.2015 | 17:30 Uhr

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