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Kunstkreis : Besucheransturm auf „Lost places“

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Nils Konheiser fasziniert mit melancholischen Impressionen im „Stadtzentrum“. Ausstellung bis 15. Juli.

Schenefeld | Verlassene Orte wie das Stadtbad in Berlin und eine Lungenheilanstalt aus dem 19. Jahrhundert in Oranienburg: Künstler Nils Konheiser hat am Freitag seine Ausstellung „Lost Places“ im Galerie-Raum des Kunstkreises eröffnet. Es sind aufgegebene Orte – wie die Sperrzone in Tschernobyl –, die den Künstler faszinieren. „Es handelt sich bei Nils Konheiser um einen der jüngsten Künstler, die hier je ausgestellt haben“, freute sich die Kunstkreisvorsitzende Ursula Wientapper. Die Bilder bezeichnete sie mitunter als „wirklich bedrückend“. Es sei Nils Konheiser vortrefflich gelungen, die Atmosphäre einzufangen.

Nicht alle Besucher fanden bei der Eröffnung Platz. Zahlreiche Kunstinteressierte warteten vor der Galerie, bis auch sie die aufrüttelnd-melancholischen Fotografien betrachten konnten. Der 20-jährige Künstler aus Klein Offenseth-Sparrieshoop unternahm für seine Ausstellung diverse aufregende Touren. So begab er sich Ende des Jahres 2016 zum Ort der Reaktorkatastrophe, Tschernobyl. Er fotografierte hier verlassene Plätze – wie einen noch mit Nachttöpfen unter dem Bett ausgestatteten Kindergarten. Eine dort auf dem Bett sitzen gebliebene Puppe sorgte beim Betrachter unter anderem für nachdenkliche Momente.

Der Künstler selbst bezeichnete das Gebiet der Reaktorkatastrophe als „besonders traurigen Ort“. „Wer die Stätten besucht, denkt, dass die Leute sie erst gestern verlassen haben“, erläuterte er. Er bedauerte, dass einige der Plätze von Vandalismus betroffen sind.

Konheiser dankte während seiner Rede seiner Mutter Andrea Konheiser. Sie ist eine ambitionierte Fotografin, die ihren Sohn ebenfalls für ihr Hobby einnahm und begeisterte. „Ich freue mich auf die nächste Foto-Tour mit dir“, sagte ihr Sohn. Die 23 ausgestellten Fotografien sind alle auf Aluminium fixiert. Konheiser ist Gärtner und arbeitet nach erfolgreicher Ausbildung in einer Baumschule in Rellingen. Sein Onkel, Besitzer einer Baumschule, weckte Konheisers Liebe zur Natur bereits in jungen Jahren. „Seine Liebe zur Fotografie erklärt sich auf diese Weise“, erläuterte Ursula Wientapper. Der Künstler legte sich vor einigen Jahren eine Spiegelreflexkamera sowie eine weitere Profi-Kamera zu. Konheiser malt auch gern mit Acryl-Farben – auch im Schenefelder Kunsthaus von Marianne Elliott-Schmitz.

„Die Bilder sind fantastisch“, lobte Besucher Peter Claus. Es sei eigentlich eine noch größere Ausstellungsfläche erforderlich gewesen, um die Wirkung der Fotografien zu unterstreichen. Die Kunstkreisvorsitzende wünschte Nils Konheiser, seinen Wunsch später einmal erfolgreich umzusetzen: Er hofft, in einigen Jahren ein eigenes Foto-Studio zu besitzen. Die Ausstellung in den Galerie-Räumen im „Stadtzentrum“, oberhalb der Sparkasse Südholstein, ist noch bis zum 15. Juli zu sehen. Die Galerie hat donnerstags bis sonnabends von 16 bis 18 Uhr geöffnet.

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erstellt am 13.Jun.2017 | 15:00 Uhr

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