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Noch herrscht Ruhe : Besuch in der Wildtierstation in Klein Offenseth- Sparrieshoop

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Ab März wieder Hochbetrieb wegen Tiergeburten. Auszubildende werden gesucht. Spenden für weitere Bauprojekte benötigt.

shz.de von
erstellt am 11.Jan.2016 | 09:30 Uhr

Klein Offenseth-Sparrieshoop | „Die Nachfrage war so groß, dass wir uns entschieden haben, eine Führung über unser Gelände zu organisieren“, sagte Zootierpfleger Christian Erdmann während des Rundgangs durch die Wildtierstation Hamburg. Etwa 1600 Tiere wurden dort im vergangenen Jahr aufgenommen, erstversorgt und – so möglich – wieder ausgewildert.

Doch bevor Erdmann und seine Frau Katharina mit der Führung beginnen konnten, musste noch schnell ein Igel versorgt werden, den Passanten gefunden hatten. „Jetzt einen Igel zu finden, ist eher ungewöhnlich“, erläuterte er und ergänzte: „Vermutlich wurde er beim Umschichten von Holz aufgeschreckt.“ Dafür befindet er sich nun in bester Gesellschaft, denn zahlreiche stachelige Artgenossen, verbringen den Winter in der Wildtierauffangstation.

„Ab kommenden Monat wird es richtig voll. Dann wird es bei Hasen und Eichhörnchen bereits die ersten Jungtiere geben“, sagte Christian Erdmann und seine Frau erläuterte den Besuchern: „Bei uns herrscht von März bis Oktober Urlaubssperre. Dann ist hier Hochbetrieb.“ Aktuell werde eine neue Auszubildende gesucht, da Stephanie Lange ihre Ausbildung zur Zootierpflegerin im Sommer beenden wird. „Wir würden sie gerne übernehmen, aber derzeit ist es finanziell nicht möglich“, sagte Katharina Erdmann. Dennoch hofft das Ehepaar durch Spenden die Stelle noch finanzieren zu können.

Und durch Hilfe des Landes. „Wenn wir Herrn Habeck das nächste Mal treffen, dann muss er hierher kommen. Gelder für eine Förderung sind da. In Niedersachsen funktioniert es auch“, hofft Katharina Erdmann auf Hilfe von Schleswig-Holsteins Grünen-Umweltminister Robert Habeck. Im kommenden Monat stehe ein Treffen auf einer Wolfstagung an. Danach soll der Grüne Politiker sich vor Ort ein Bild von der Wildtierstation machen. Für 2016 bekommen die Einrichtung wieder 100.000 Euro von Vier Pfoten, weiß Christian Erdmann. „Wenn wir diese Unterstützung nicht hätten, müssten wir dicht machen.“

40.000 Euro kamen im vergangenen Jahr an Spenden hinzu. Ohne diese seien die notwendigen Bauprojekte nicht zu realisieren. Eine 19 Quadratmeter große Quarantänestation muss gekachelt und entsprechend umgebaut werden. „Wenn jemand einen Bagger hat, kann er gerne vorbeikommen und unseren See vergrößern“, sagte Katharina Erdmann den Besuchern und kommentierte das Gelächter: „Das war kein Witz. Wenn Sie jemanden kennen, der helfen will, schicken Sie ihn zu uns.“ Zudem soll die Seeadlervoliere 2017 fertiggestellt werden. „Ideen haben wir einige, aber leider ist das Geld im Tierschutz immer knapp“, sagt Christian Erdmann. Beklagen will er sich aber nicht: „Ich mache das seit 30 Jahren und irgendwie ging es immer weiter.

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