Besuch aus Wien für Wellcome

Wien – Pinneberg, eine Verbindung die funktioniert: Die österreichischen Caritas-Mitarbeiterinnen Cornelia Heinrich (links), Nicole Baumann (Zweite von links), Elke Beermann (rechts) und Veronika Müllner (Zweite von rechts) besuchen die Pinneberger Welcome-Verantwortlichen Gudrun Gaden (Dritte von rechts) und Andrea Sörensen.
Wien – Pinneberg, eine Verbindung die funktioniert: Die österreichischen Caritas-Mitarbeiterinnen Cornelia Heinrich (links), Nicole Baumann (Zweite von links), Elke Beermann (rechts) und Veronika Müllner (Zweite von rechts) besuchen die Pinneberger Welcome-Verantwortlichen Gudrun Gaden (Dritte von rechts) und Andrea Sörensen.

Gibt es bald die erste Präventionsstelle für Familien mit Neugeborenen in Österreich? Wienerinnen informierten sich in Pinneberg

shz.de von
19. April 2014, 16:02 Uhr

Es ist ein Erfolgsmodell, das weit über die Grenzen des Kreises, sogar über die Deutschlands hinauswachsen will. Vorgestern waren Vertreter der Wiener Caritas in der Evangelischen Familienbildung in Pinneberg zu Gast, um sich über Wellcome zu informieren, das ehrenamtliche Hilfsprogramm, das Familien mit Babys im ersten Lebensjahr unterstützt.

260 Wellcome-Standorte gibt es zurzeit bundesweit, erklärte Kirsten Harnisch-Eckert von der Bundeskoordinierungsstelle in Hamburg im Gespräch. Seit 2003 ist die „praktische Hilfe nach der Geburt“ in Pinneberg Teil des Präventionskonzepts des Kreises. Darüber hinaus werden Wellcome-Ehrenamtliche kreisweit in Elmshorn, Uetersen und Wedel vermittelt. Jetzt also entsteht möglicherweise die erste Vermittlungsstelle in Österreich?

Wellcome, so stellte die Leiterin der Pinneberger Familienbildung, Gudrun Gaden, vorweg ganz generell klar, ist ein Präventionsangebot für alle Familien. Einzige Bedingung: „Man muss ein Baby haben.“ Nicht erst, wenn Schaden bereits entstanden sei, solle die Hilfe greifen. Sondern im Vorwege: „Unsere Idee ist, Überlastung zu vermeiden“, betonte sie. Und Koordinatorin Andrea Sörensen präzisierte: In der allerersten Zeit mit einem Säugling seien Mütter noch hormonell hochgeputscht. Doch danach könne es schwierig werden. Wenn der Partner beruflich sehr stark eingebunden sei, wenn Verwandtschaft fehle, bei Zwillingen oder wenn das Geschwisterkind ebenso Aufmerksamkeit für sich einfordere.

Ein bis zwei Mal die Woche besuchen Wellcome-Hilfen die Familien. „Ich hab zurzeit 30 Frauen zwischen 18 und 75 Jahren.“ Noch nie habe Koordinatorin Sörensen eine Familie abweisen müssen, sagte sie stolz. „Und wenn ich auch mal selbst gegangen bin.“ Zudem funktioniere der Austausch und die Weitervermittlung nach Uetersen oder Wedel ausgezeichnet. Dennoch: „Wir nehmen immer gern neue Ehrenamtliche auf“, betonte sie.

Die Gäste aus Österreich führte letztendlich eine sehr komfortable Situation nach Pinneberg: Die Caritas der Erzdiözese Wien leistet sich eine Art Innovationsabteilung, erklärte Besucherin Elke Beermann. Mitarbeiterinnen seien ständig auf der Suche nach Projekten und Initiativen, die Angebotslücken des Wiener Wohlfahrtsverbands schließen. „Die Situation für Mütter mit Babys ist bei uns eine ähnliche“, berichtete sie. „Die Gefahr der Überlastung ist genauso gegeben.“ Vor einem Jahr auf Studienreise in Hamburg hätten sie eine Präsentation von Wellcome-Pinneberg verfolgt: „Da haben wir ein Stück weit Feuer gefangen“, sagt Beermann und lacht.



> www.wellcome-online.de

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