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Pinneberger Tageblatt

17. Oktober 2017 | 10:11 Uhr

Bestnoten für Seniorenwohnheim

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Prüfung Hasloher Einrichtung bei unangemeldetem Besuch von der Krankenkasse und der Heimaufsicht unter die Lupe genommen

„Zwei Tage lang waren alle so aufgeregt“, sagte Nicole Brügge, Leiterin des Hasloher Seniorenwohnheimes. Sie meinte damit die beiden Tage, an denen sich gleichzeitig der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MdK) und die Heimaufsicht des Kreises mit jeweils zwei Prüfern zu ihrer jährlichen unangemeldeten Prüfung im „Haus Am Rehhagen“ einfanden.

Umso glücklicher waren die 62 Beschäftigten, als vor Kurzem die Ergebnisse der Prüfungen veröffentlicht wurden: „Zum ersten Mal haben wir eine glatte 1,0 bekommen. Da bin ich echt stolz auf meine Mannschaft“, sagte Brügge sichtlich stolz und erleichtert.

Seit 1995 werden stationäre und ambulante Pflegeeinrichtungen im Auftrag der Landesverbände der sozialen Pflegekassen überprüft. Prüfer des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung sind Ärzte oder Pflegefachkräfte, die die Leistung und Qualität der Pflege beurteilen.

Im Jahr 2008 wurden im Rahmen des Pflege-Weiterentwicklungsgesetzes die Prüfungsergebnisse in Form von schulähnlichen Noten vereinheitlicht. Sie werden seitdem als Transparenzberichte seitens der Spitzenverbände der Krankenkassen im Internet veröffentlicht. Die derzeitige Durchschnitts-Note in Schleswig-Holstein beträgt 1,4.

Im Einzelnen werden vier Bereiche geprüft: Die Pflege und medizinische Versorgung, der Umgang mit demenzkranken Bewohnern, die soziale Betreuung und Alltagsgestaltung sowie Wohnen, Verpflegung, Hauswirtschaft und Hygiene. Brügge setzt dabei auf ihre Mannschaft. Das sind insgesamt 62 Festangestellte, vom Pflegepersonal bis hin zu Büro, Küche und Hauswirtschaft, die die 94 Bewohner der Einrichtung versorgen. Die meisten Angestellten arbeiten bereits seit mehr als zehn Jahren dort, wodurch sich ein enges Vertrauensverhältnis zu den Senioren aufgebaut hat.

Brügge verfolgt ein engmaschiges Fortbildungskonzept. „Es ändert sich vieles sehr schnell, sogar für Reinigungskräfte“, sagt die Leiterin. „Meine Mitarbeiter müssen schulungswillig sein“, erklärte sie. So wie beispielsweise Holger Diederichsen, der vor 19 Jahren als examinierter Krankenpfleger ins „Haus Am Rehhagen“ kam. Seitdem hat er sich mit Unterstützung seiner Chefin kontinuierlich weitergebildet.

2006 absolvierte er eine sechsmonatige Ausbildung im Qualitätsmanagement. Drei Jahre später setzte er noch ein Fernstudium zur Verantwortlichen Pflegefachkraft oben drauf. Diederichsen, mittlerweile Qualitätsmanagementbeauftragter und gleichzeitiger stellvertretender Pflegedienstleiter, ist sehr zufrieden mit der Umstellung auf die entbürokratisierte Dokumentation im vergangenen Jahr. Das neue Strukturmodell habe mehr Zeit für die Bewohner zum Ziel, erläuterte er. „Wir machen alle unsere Formulare selbst. So sind sie aufs Haus zugeschnitten.“

Das gebe ihm auch mehr Zeit für seine vorrangige Leidenschaft, die eigentliche Pflege. „Die Bewohner des Hauses geben einem so viel zurück“, erklärte er. So verwundert es nicht, dass die Bewohner in der Befragung über ihre Zufriedenheit der Einrichtung ebenfalls die Bestnote gaben.

Der Fragenkatalog bestand aus bis zu 18 Kriterien, die von neun zufällig ausgewählten Senioren für die Prüfung beantwortet werden mussten. Als einen der großen Pluspunkt gaben die Bewohner an, dass in der Einrichtung frisch gekocht wird. Relativ neu sind die „Essens-Wunschzettel“, nach denen Küchenchef Dirk Rohweder seine Speisepläne erstellt. Die Renner bei den Senioren seien zur Zeit Labskaus, „Birnen, Bohnen und Speck“ sowie Leber, Püree und Zwiebeln, berichtete Rohweder.

Viele Ideen entstehen morgens beim „Blitzlicht“, einer halben Stunde, in der Brügge mit den leitenden Fachkräften aus jedem Wohnbereich zum gegenseitigen Austausch zusammenkommt. Das jüngste Projekt, das während der morgendlichen Runde geboren wurde, ist ‚Sigis Wellnessangebot‘: Seit kurzem gibt es feste und einzelne Termine für Handmassagen, Fingernägel lackieren und Lichttherapie. Sigi von Schmude, Altenpflegerin und ausgebildete Betreuungskraft, gehört zum neunköpfigen Beschäftigungsteam, das sich sehr kreativ und individuell um die Freizeitgestaltung der Senioren kümmert. „Es gibt auch Bewohner, die einfach gern mal geschminkt werden möchten“, berichtete Brügge.

Für die neue Lichttherapie hatte die Leiterin auf den Wunsch ihrer Mitarbeiter sofort ein entsprechendes spezielles Weißlicht-Gerät angeschafft. „Gerade in der dunklen Jahreszeit ist das etwas Besonderes für unsere Bewohner.“, erklärte von Schmude.

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