Pinneberg : Bescherung für Kinder in Not

Kinder helfen Kindern: Pinneberger Grundschüler denken an ihre Altersgenossen in der Anlaufstelle für Asylsuchende.
Kinder helfen Kindern: Pinneberger Grundschüler denken an ihre Altersgenossen in der Anlaufstelle für Asylsuchende.

Grundschüler senden mehr als 200 Pakete an die zentrale Asylaufnahmestelle in Hamburg.

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13. Dezember 2014, 10:00 Uhr

Pinneberg | „Wahnsinn. Überwältigend. Das hätte ich nicht für möglich gehalten.“ Rüdiger Gollhardt ringt mit der Fassung. Gollhardt ist Leiter der zentralen Anlaufstelle für Asylsuchende in Hamburg. Gestern besuchte er die Grundschule Thesdorf – um dort mehr als 200 Geschenke einzuladen. Gepackt von Pinneberger Familien. Pakete voller Spielzeug, Kleidung und Süßigkeiten. Für Kinder, die ihre Heimat verlassen mussten.

Angeregt worden war die Benefizaktion von André Schmietow. Der 34-Jährige hatte einst an der Grundschule gearbeitet. Mittlerweile ist er für einen Sicherheitsdienst in der Hamburger Asylunterkunft tätig. „Dort begegnen einem Schicksale, die betroffen machen“, sagt Schmietow. Vielen Kindern mangele es an Spielzeug und Kleidung. Schmietow hatte bei seinem ehemaligen Chef, Grundschulrektor Holger Meyer, angerufen – und war auf offene Ohren gestoßen. Ende November startete der einen Aufruf an die Eltern seiner 250 Schützlinge. Kurz darauf trafen die ersten Päckchen ein. „Ich wusste immer, dass wir engagierte Eltern haben“, so Meyer. „Aber dieser Rücklauf hat auch mich überrascht.“

Gollhardt ist derzeit für 450 Menschen verantwortlich. Tendenz steigend. Viele Asylsuchende kommen aus Bürgerkriegsgebieten in Syrien. Noch vor Weihnachten werde mit weiteren Familien gerechnet. „Der Druck steigt“, sagt der Leiter der Zentralunterkunft, in der die Flüchtlinge eigentlich maximal drei Monate bleiben sollen. Eine Vorgabe, die wegen mangelnder Folgeunterkünfte kaum zu halten sei. „Es ist eine dramatische Situation“, so Gollhardt. Die Pakete aus der Kreisstadt sollen während einer Weihnachtsfeier in der Unterkunft überreicht werden. „Kinder denken an Kinder in Not, das ist ein Signal“, sagt Gollhardt – und beginnt, 18 mit Päckchen gefüllte Umzugskartons in sein Auto zu verladen.

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