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Stimmen zum Tod von Bernd Schröder : „Bernd war ganz dicht bei den Menschen“

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Der ehemalige Landtagsabgeordnete Bernd Schröder (SPD) aus Pinneberg ist im Alter von 63 Jahren gestorben. Sein Tod bewegt den Kreis.

von
erstellt am 25.Sep.2013 | 06:00 Uhr

Er hat gekämpft. Immer wieder den Krebs besiegt. Keine Chemotherapie im vergangenen Jahrzehnt konnte ihn in die Knie zwingen. In der Nacht zu Dienstag musste der Pinneberger Sozialdemokrat Bernd Schröder diesen Kampf im Alter von 63 Jahren jedoch verloren geben.

Mit Bernd Schröder starb ein Politiker, der stets Sachfragen vor Parteipolitik stellte. Unbequem war er. Seine Meinung sagte er. Er war ein Pinneberger, der sich stets für die Region einsetzte, für die Menschen, die im Kreis Pinneberg leben. Wenn er helfen konnte, war er zur Stelle. Dafür war er Politiker, dafür saß er im Landtag. Er war Ansprechpartner für Vereine und Verbände. Er nahm sich den großen und den kleinen Sorgen an. Er wollte nicht nur verändern – er tat es. Ob Fahrstühle an den S-Bahnhöfen im Kreis Pinneberg, ob arbeitslose Jugendliche oder Nachtschwärmer, die von Feiern in Hamburg zurück in die Region wollten: Bernd Schröder redete nicht über Verbesserungen und Hilfe, er packte an. Er nutzte seine Kontakte auf Bundes- und Landesebene stets, um den Kreis Pinneberg voranzubringen.

Die Nachricht vom Tod Bernd Schröders, der vor seiner Zeit als Landtagsabgeordneter in der Pinneberger Kreisverwaltung tätig war, machte viele Menschen betroffen. „In tiefer Traurigkeit“ hat der SPD-Ortsvereinsvorsitzende Herbert Hoffmann  am Dienstagvormittag die Öffentlichkeit über das Ableben Bernd Schröders informiert. Hoffmann sprach von einem „verlässlichen und sachkundigen Weggenossen und Freund“, der die SPD „plötzlich und viel zu früh“ verlassen habe. Er würdigte das Engagement seines Parteikollegen – nicht nur das politische, sondern vor allem auch das karikative. Hoffmann erinnerte dabei an Bernd Schröders Leitsatz: „Die Politik muss menschlich bleiben, politische Gestaltung und die Umsetzung politischer Vorhaben geht in einer demokratischen Gesellschaft nur mit den Menschen, niemals gegen sie.“

Pinnebergs amtierende Bürgermeisterin, Urte Steinberg, traf die Nachricht tief: „Ich kannte ihn schon lange, ein unglaublich sympathischer Mann.“ Wenn jemand das Wort „hilfsbereit“ kannte, „dann Bernd Schröder“, sagte Steinberg. Ihr zufolge war Bernd Schröder einer der großen Gestalter der Kreisstadt.

Steinbergs Vorgängerin im Amt, Landessozialministerin Kristin Alheit (SPD), pflichtete Steinberg bei. Sie erinnerte sich noch gut an ihre Anfangszeit im Rathaus: „Bernd Schröder hat mir zu Beginn meiner Tätigkeit in Pinneberg Türen geöffnet, war da, wenn man Unterstützung brauchte, und hat seine guten Kontakte zur Landespolitik beharrlich und parteiübergreifend anerkannt für Pinneberger Themen eingesetzt.“ Er sei zudem „jenseits aller Politik einfach ein guter Mensch mit großem sozialen Engagement“ gewesen.

Dem schloss sich Hans-Helmut Birke, Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion, an: „Bernd Schröder war politisch zuverlässig und ein aufrechter Streiter sozialdemokratischer Politik. Menschlich und persönlich war Bernd jemand, der trotz seines eigenen schweren Schicksals immer ein offenes Ohr für andere hatte.“ Bernd Schröder, dem über die Parteifreundschaft hinaus auch eine reale mit Birke verband, habe diesem selbst einmal „in einer sehr schwierigen Situation“ zur Seite gestanden. Und nicht nur für ihn, sondern für alle Menschen sei Bernd Schröder immer da gewesen, fügte Birke hinzu.

Fassungslos hat Schenefelds Bürgermeisterin Christiane Küchenhof (SPD) auf die schreckliche Nachricht reagiert: „Ich hatte am vergangenen Donnerstag noch mit ihm telefoniert. Es ging ihm gut. Er war voller Lebensmut.“ Er sei eine Kämpfernatur gewesen, politisch und privat. „Er war sehr engagiert und verantwortungsbewusst.“ Schröder habe als Politiker immer über Parteigrenzen hinweg nach Lösungen gesucht. Das habe ihn ausgezeichnet.

Über Parteigrenzen hinweg waren die Persönlichkeiten, mit denen Bernd Schröder Zeit seines Lebens zu tun hatte, auch bestürzt über die Nachricht des plötzlichen Todes: Der Fraktionschef der CDU im Landtag, Johannes Callsen, sagte, dass die beiden seit der Zeit der großen Koalition auch „persönlich ein echtes Vertrauensverhältnis über die Fraktionsgrenzen hinweg“ verbunden habe. Er sprach damit eine Eigenschaft an, die auch andere Christdemokraten an dem Pinneberger zu schätzen wussten. Ebenso wie der Landesfraktionschef lobten gestern auch Kreispräsident Burkhard Tiemann sowie CDU-Kreisverbandschef und Bundestagsmitglied Ole Schröder die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Sozialdemokraten. Tiemann berichtete: „Seit vielen Jahren waren wir per Du und haben notwendige Initiativen gemeinsam vertreten.“ Der Kreis Pinneberg verliere mit dem Tod Bernd Schröders „eine ganz besondere Persönlichkeit“. Diesen Worten schloss sich Ole Schröder an: „Bernd Schröder hat sich mit ganzer Kraft für den Kreis Pinneberg eingesetzt. Er hat sich um die Demokratie insgesamt verdient gemacht.“

Ole Schröders Kollege im Bundestag, Ernst Dieter Rossmann (SPD), erreichte die Nachricht vom Tod in Berlin. Der Elmshorner sprach von „ganz viel Trauer. Bernd war immer ganz dicht bei den Menschen.“

Ralf Stegner, Vorsitzender der SPD im Land, würdigte seinen ehemaligen Kollegen als einen bei Wirtschaftsverbänden hoch angesehene Persönlichkeit, die „auch in der Fraktion für ihre wirtschafts- und verkehrspolitischen Überzeugungen stritt.“ So behält auch Ex- Wirtschaftsminister, IHK-Geschäftsführer Bernd Rohwer, seinen Parteifreund in Erinnerung: „Über viele Jahre haben wir Seite an Seite gekämpft – für mehr Ausbildungsplätze, für die Belange mittelständischer Betriebe und für bessere Verkehrswege. Mich macht sein viel zu früher Tod sehr traurig.“

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