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Wilms Nachfolger : Bernd Möbius will in den Bundestag

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Direktkandidatur: Uetersener Ratsherr tritt bei Bundestagswahl für die Grünen an.

shz.de von
erstellt am 07.Apr.2017 | 12:30 Uhr

Elmshorn | Nachdem die Bundestagsabgeordnete Valerie Wilms darauf verzichtet hat, erneut für den Bundestag zu kandidieren, haben die Kreis-Grünen am Mittwochabend in Elmshorn Bernd Möbius aus Uetersen zum Ersatzmann gewählt. Er geht im September als Direktkandidat ins Rennen.

Wilms hatte zwar das Vertrauen ihrer Parteifreunde im Kreis Pinneberg, war aber in der Wahl für die Landesliste während des schleswig-holsteinischen Landesparteitags nicht auf den vorderen Plätzen gelandet. Damit war klar: Der Wiedereinzug in den Bundestag ist so gut wie ausgeschlossen. Wilms zog die Konsequenz und verzichtete auch auf die Direktkandidatur. Denn das Rennen um die Erststimmen gewinnt in der Region erfahrungsgemäß ein CDU- oder SPD-Kandidat.

„Ich habe acht spannende Jahre hinter mir. Ich gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Aber das Kapitel Bundestag ist für mich abgeschlossen“, sagte Wilms. „Ich stehe für weitere Aufgaben zur Verfügung. Aber ich entscheide selbst, was mir Spaß macht“, ließ sie ihre politische Zukunft offen. Wilms hatte in der Vergangenheit auch den Konflikt mit der eigenen Fraktion nicht gescheut. „Ich bin nicht gewählt worden, um eine Partei zu vertreten, sondern um das ganze deutsche Volk zu vertreten“, sagte sie zu ihrem teils von der parteilinie abweichenden Abstimmungsverhalten. Kreis-Vorstandssprecher Achim Diekmann sagte in Richtung der zukünftigen Ex-Abgeordneten: „Ich werde deine fachkundigen Berichte aus dem Bundestag vermissen.“

Um die Nachfolge als Direktkandidat bewarben sich die gebürtige Pinnebergerin Mouska Malek aus Hannover und der Uetersener Ratsherr Bernd Möbius. Malek studiert Jura. Ihr politischer Schwerpunkt sei die Sozial- und Bildungspolitik, sagte die eloquente Frau mit afghanischen Wurzeln in einer kurzen Vorstellungsrunde. Sie ist seit 2016 Mitglied der Grünen. Als Abgeordnete wolle sie sich besonders für größere Bildungschancen von Migrantenkindern einsetzen. Dafür müsse man bereits in der Ausbildung junger Lehrer gegen Vorurteile kämpfen. Malek ließ erkennen, dass sie noch am Anfang ihrer politischen Laufbahn steht. Wie sie ökologische Themen wieder stärker im Bewusstsein verankern wolle, fragten die Parteifreunde. Sie wolle an Schulen gehen und Jugendliche mit Videos von der Arbeit der Grünen überzeugen. Dass Parteienwerbung an Schulen nicht erlaubt ist, war der 26-Jährigen zu diesem Zeitpunkt offenbar noch nicht klar. Ihr Streben nach sozialer Gerechtigkeit drückt Malek mit einem Zitat des ermordeten amerikanischen Präsidenten John F. Kennedy aus: „Es gibt nur eins was auf Dauer teurer ist als Bildung: keine Bildung.“

Mitbewerber Möbius ist zwar auch erst seit Anfang des Jahres Mitglied der Grünen. Er ist jedoch schon seit längerem in der Uetersener Lokalpolitik aktiv. Seine Präsentation liest der 58 Jahre alte Informatiker vom Laptop ab. Seit 2013 war er als Parteiloser für die Grünen im Stadtrat. Als es um seine Ziele geht, gibt sein Rechner den Geist auf. Möbius schwimmt kurz, fasst seinen Schwerpunkt dann doch präzise zusammen: „Als stellvertretender Bauausschussvorsitzender liegt mir der Wohnungsbau besonders am Herzen. Für die Älteren muss er barrierefrei sein, für die Jüngeren bezahlbar. Ich will genossenschaftliches Wohnen und Bauen fördern“. Er bedient sich für seinen Wahlspruch bei Umweltminister Robert Habeck: „Wer wagt, beginnt.“ Möbius gewann die Wahl mit 22 von 35 Stimmen. Malek erreicht als politische Einsteigerin respektable 13 Stimmen.

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