Zusage vom Verkehrsminister : Bernd Buchholz verspricht Straßenbau mit Augenmaß im Kreis Pinneberg

Wollen die Straßen auf Vordermann bringen: Christopher Deppe (LBV, links), Kai-Uwe
Schacht, Leiter LBV Itzehoe,  und Minister Bernd Buchholz (rechts).

Wollen die Straßen auf Vordermann bringen: Christopher Deppe (LBV, links), Kai-Uwe

Schacht, Leiter LBV Itzehoe,  und Minister Bernd Buchholz (rechts).

Acht größere Baumaßnahmen sind 2018 noch in der Region geplant. Rücksicht und Koordination bei der Straßen-Sanierung zugesagt.

shz.de von
29. Juni 2018, 10:15 Uhr

Kreis Pinneberg | Schon jetzt gibt es jeden Tag Staus auf den Straßen des Kreises Pinneberg. Und es wird – vorübergehend – noch schlimmer. Das hat Landesverkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) deutlich gemacht. Denn allein in diesem Jahr sind acht größere Baumaßnahmen auf Landes- und Bundesstraßen sowie Autobahnen im Kreisgebiet geplant oder bereits angelaufen. Buchholz versprach, so viel Rücksicht wie irgendmöglich auf betroffene Verkehrsteilnehmer, Kommunen und Unternehmen zu nehmen.

Rücksichtnahme auf Pendler

Gutes Beispiel: Die Konservierung des Flüsterasphalts auf der A23 zwischen der Anschlussstelle Halstenbek/Rellingen und der Hamburger Landesgrenze. Gearbeitet wird an vier Tagen während der Sommerferien von 20 Uhr bis maximal 4 Uhr morgens. Also größtmögliche Rücksichtnahme auf Pendler.

Beim Fähranleger Glückstadt wird die Fahrbahn erneuert. Damit ist bereits begonnen worden. Doch Anfang Juli werden die Arbeiten unterbrochen. Der Grund: Sommerferien, Wacken Open Air und Deichbrandfestival bei Cuxhaven. Drei Ereignisse, bei denen die Fähren im höchsten Einsatz sind. Weitersaniert wird deshalb vom 3. September an.

Bauen in den Sommerferien

Bei einer Brücke bei Pahlen im Kreis Dithmarschen geht das Land den umgekehrten Weg. Diese Brücke wird besonders von Schulbussen genutzt. Deshalb wird hier in den Sommerferien gebaut. „Wir versuchen, die Belastungen für die Verkehrsteilnehmer so gering wie möglich zu halten“, sagte Buchholz. Doch ohne werde es nicht gehen, die Straßen im Land wieder auf Vordermann zu bringen. „Mir ist deshalb jede Baustelle lieber, als eine Straße ohne Baustelle, die bald abgängig ist“, machte der Verkehrsminister deutlich. Es werde in den kommenden Wochen deshalb deutlich sichtbar, dass die Landesregierung die Mittel die für Infrastruktur-Sanierung erheblich erhöht hat – allein um fast 30 Millionen auf annähernd 100 Millionen in diesem Jahr für Landesstraßen“, sagte er.

Laut Christopher Deppe, Projektgruppenleiter beim Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr (LBV) der für den Kreis Pinneberg zuständigen Niederlassung Itzehoe wird zudem Wert auf die Koordination der Baustellen gelegt: „Gerade im Hamburger Umland stimmen wir uns eng mit Hamburg ab. Alles andere macht auch keinen Sinn.“

Sanierung der Ahrenloher Straße

Und die Einwände von Betroffenen werden ernst genommen. Beispiel Tornesch: Die nötige und eigentlich für dieses Jahr geplante Sanierung der Landesstraße 110 (Ahrenloher Straße) ist, so Deppe, aufgrund der Einwände von Kommunen und Logistikunternehmen ins kommende Jahr verlegt worden.

Vollsperrungen von Straßen, an denen gebaut wird, sind laut Buchholz nicht zuletzt aus Sicherheitsgründen oft unvermeidbar. „Ich kann nur an die Verkehrsteilnehmer appellieren, mit aller Vorsicht und Rücksicht durch die Baustellen zu fahren. Da arbeiten Menschen“, sagte er.

Der jahrelange Stillstand im Straßenbau sei vorbei, so die Botschaft des Ministers. Im vergangenen Jahr habe das Land 30 neue Planer eingestellt, weitere Stellen seien ausgeschrieben, externe Planungsbüros würden beschäftigt. Buchholz: „Nur, wenn wir das Geld jetzt auf die Straße bringen, werden wir künftig wieder Verkehrswege zur Verfügung haben, die einem florierenden Wirtschaftsstandort und einem beliebten Tourismusland wie Schleswig-Holstein angemessen sind.“

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