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Gambia-Westafrika-Projekt : Benefizkonzert für Krankenstation

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Bau steht kurz vor der Vollendung. Technische Universität Harburg (TU) spendet Röntgengerät.

shz.de von
erstellt am 04.Apr.2017 | 14:30 Uhr

Hasloh | Der Verein „Gambia-Westafrika-Projekt“ hat wieder zu seinem alljährlichen Benefizkonzert in das Gemeindezentrum im Hasloher Mittelweg eingeladen. Mit weit mehr als 200 Besuchern platzte der Kirchenraum aus allen Nähten, was einerseits sicherlich der langjährigen guten Verbindung des Vereins zur Gemeinde Hasloh und andererseits dem vielversprechenden musikalischen Programm zu verdanken war.

Bereits ab 15 Uhr standen Kaffee und Kuchen bereit. Um 16 Uhr begann das Konzert. Uwe Vogt, stellvertretender Vorsitzender des Projekts berichtete den Gästen während seiner Begrüßung von den Fortschritten beim Bau der Krankenstation in Kerewan (Gambia). Er und der Vorsitzende Mawdo Marenah hatten schon lange davon geträumt. Im und der Umgebung des Dorfs gebe es keinerlei medizinische Versorgung. Der nächste Arzt sei im 15 Kilometer entfernten Krankenhaus von Bansang.

„Niemand besitzt ein Auto, Kranke müssen den Weg zu Fuß oder mit einem Eselskarren bewältigen“, erklärte Marenah. Während der Regenzeit verwandelten sich die Wege zudem zu einer unpassierbaren Schlammpiste, so dass vielen Kindern, Schwangeren oder alten Menschen zu spät oder gar nicht geholfen werden könne.

Im Oktober 2016 war es so weit: Der Verein hatte ausreichend Spenden gesammelt, um mit dem Bau beginnen zu können. „Es war so toll. Aus 52 umliegenden Dörfern sind Freiwillige gekommen, um am Bau mitzuhelfen“, berichtete Marenah, während er einen Film zeigte, den er von seinem Besuch mitgebracht hatte.

Der Großvater des Gambiers hatte das Dorf einst gegründet. Marenah kam vor etwa 30 Jahren nach Deutschland. „Inzwischen fehlen der Krankenstation nur noch das Dach und die Fenster“, beschrieb der Gambier den Baufortschritt. Dafür würden noch etwa 5000 Euro benötigt, wozu auch die Spenden anlässlich dieses Konzertes beitragen sollten. Was die Einrichtung selbst anging, so hoffe man auf Sachspenden. Ein Röntgengerät hätten sie bereits von der Technischen Universität Harburg bekommen.

 

Die Besucher verfolgten die ausführlichen Informationen mit ebenso viel Interesse und Aufmerksamkeit, wie sie sich vom Black Rose Gospel Chor der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Quickborn-Hasloh unter der Leitung von Kai Schnabel unterhalten ließen. Zu „Ukutula“, was „Frieden“ bedeutet, wurden sie von Marenah auf der großen Djembe begleitet.

Der Schulchor der Peter-Lunding-Grundschule verzauberte das Publikum in französischer Sprache mit „Avec que la marmotte“. Schulchorleiterin Theresa Schnabel las die Hintergrundgeschichte über das „Lied des Marmottenbuben“, dessen Text von Johann Wolfgang von Goethe und die Melodie von Ludwig van Beethoven ist, vor. Der Hasloher Männergesangverein bat das Publikum, kräftig mitzusingen bei bekannten Shantys wie etwa dem „Hamborger Veermaster“. Stilecht wurden sie von ihrem Leiter Rüdiger Blohm auf dem Schifferklavier begleitet.

Ein weiteres musikalisches Highlight war der Pianist Christian Wermter. Der Ellerauer steht gerade mitten im Abitur und gilt als echter Geheimtipp. 2012 gewann er den Förderpreis jugendlicher Musikausübender der Stadt Quickborn. Er begeisterte mit drei modernen Stücken: „All of me“ von John Schmidt, „Castle on the hill“ von Ed Sheeran und „Viva la vida“ von Coldplay. Mitreißen ließen sich die Zuhörer außerdem von Marenah selbst, als er mit drei seiner Trommelschüler aus der Volkshochschule Ellerau auf afrikanischen Djemben loslegte. Fabian (9), Juri (10) und Joshua (13) sind schon seit mehr als drei Jahren dabei. Am Ende freute Marenah sich am meisten über die neunjährige Lotta aus dem Schulchor. Sie hatte ihm eine selbstgebastelte Spardose mit von ihr gesammelten 12,40 Euro gegeben, die der Afrikaner fest in seiner Hand hielt und jedem zeigte.
 

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