Kicken gegen Kinderarmut : Benefiz-Posse in Pinneberg: Die Stadt lenkt ein

Die Stadt Pinneberg verzichtet jetzt doch auf die geforderten Platzgebühren.

shz.de von
22. Oktober 2014, 16:00 Uhr

Pinneberg | Ein Benefiz-Turnier gegen Kinderarmut. Eine Stadtverwaltung, die Platzgebühren einfordert – und so mitkassieren will. Seit Ende vergangener Woche wird auf den Straßen Pinnebergs über diese Posse diskutiert. Jetzt können sich alle, die zunächst aus dem Kopfschütteln nicht mehr herauskamen, beruhigen. Die Stadt lenkt ein. „Wir verzichten auf unsere Forderung“, so Bürgermeisterin Urte Steinberg gestern.

Rückblick: Am Freitag berichtet unsere Zeitung exklusiv über die Benefiz-Posse. Zuvor ist der Wählergemeinschaft Die Bürgernahen eine Rechnung über 110 Euro ins Haus geflattert. Die Bürgernahen hatten am 13. September ein Fußballturnier auf dem städtischen Sportplatz an der Jahn-Halle ausgerichtet. Komplett ehrenamtlich organisiert. Mit einem Erlös von rund 3000 Euro – und dem Ziel, das jeder Cent an Organisationen geht, die sich für benachteiligte Familien einsetzen.

Rathaus-Sprecher Marc Trampe hatte in der vergangenen Woche zunächst auf die Vorgaben des finanzpolitischen Rettungsschirms verwiesen. Das hoch verschuldete Pinneberg habe sich gegenüber dem Land verpflichtet, jede Einnahmemöglichkeit auszuschöpfen. Einziger Ausweg sei ein Beschluss der Politik, auf die Gebühren zu verzichten.

„Ich werde dafür nicht extra eine Verwaltungsvorlage schreiben“, sagt Steinberg jetzt. Den Fall könne sie im Rahmen ihrer Kompetenzen entscheiden, so die Rathauschefin. „Künftig werden wir bei Benefizaktionen, die Einwohnern unserer Stadt zugute kommen, auf das Erheben von Gebühren verzichten“, so Steinberg weiter. „Was Pinneberger für Pinneberger tun, das muss belohnt werden.“ Uwe Lange, Fraktionschef der Bürgernahen, wurde telefonisch von Steinberg informiert. „Eine gute Entscheidung“, sagt der Ratsherr.

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