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Amt Pinnau : Bekanntes Gesicht auf neuer Position

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Thorsten Eggers wechselt intern den Posten.

Rellingen | Der Satz „Ich lerne jeden Tag etwas Neues“ wäre eine Binsenweisheit, käme er aus dem Mund eines Auszubildenden. Sagt dies jedoch ein Mitarbeiter des Amts Pinnau, der seit 1982 dort beziehungsweise damals noch beim Amt Pinneberg-Land beschäftigt ist, macht er zunächst stutzig. Doch nach dem Wechsel von Thorsten Eggers aus dem Bau- ins Ordnungsamt und dessen vielfältigen Aufgabenbereichen verwundert die Feststellung nicht.

„Die umfangreichen Kenntnisse im Baurecht sind natürlich hilfreich, gerade wenn es beispielsweise um Streitigkeiten zwischen Nachbarn geht“, erklärt Eggers. Doch mit dem überwiegenden Teil der Themen habe er zuvor keine Berührungspunkte gehabt. „Das fange ich bei null an und muss erst einmal die Gesetze durchlesen“, sagt er. Zum Beispiel im Bereich der Feuerwehren sowie dem Katastrophen- und Zivilschutz. „Derzeit prüft das Gemeindeprüfungsamt die Einsatzabrechnungen der Wehren“, berichtet Eggers. Für ihn völliges Neuland, genau wie die Diskussion um die Kameradschaftskassen der Wehren, die möglicherweise ab dem kommenden Jahr Teil des öffentlichen Haushalts werden sollen.

Oder der Umgang mit sogenannten Gefahrhunden. „Jeder Hund, der einmal zwickt, gilt als gefährlich“, weiß Eggers inzwischen. Und er kennt die Maschinerie, die sich dann in Gang setzt: von der Anhörung des Halters über den Leinenzwang bis hin zum vorgeschriebenen Maulkorb für das Tier.

Weiterer Bestandteil seines neuen Postens sind Genehmigungen unterschiedlichster Art. Für öffentliche Veranstaltungen wie Feste oder Flohmärkte, für Gaststätten, für Makler oder überwachungsbedürftige Gewerbe. „Es ist von großem Vorteil, dass ich mich mit und in den Gemeinden schon gut auskenne“, sagt Eggers. Die kleinen und großen Feste der einzelnen Dörfer sind ihm wohl bekannt. „Das Kummerfelder Ackerfestival ist inzwischen absolut professionell, die kennen sich aus und beantragen alles rechtzeitig“, weiß Eggers. Aber auch so manche private Aktion bedarf einer Erlaubnis. „Häufig bekommen wir Anfragen für Luftballon-Wettbewerbe“, berichtet Eggers. Um eine Genehmigung müsse jedoch nicht nur der nahe Flughafen, sondern auch das Luftfahrtbundesamt ersucht werden. „Möglicherweise werden solche Wettbewerbe im Wirkungskreis des Amts bald ganz untersagt“, erklärt Eggers.

Beschwerden von Bürgern landen ebenfalls häufig auf seinem Schreibtisch. „Etwa, wenn die Ruhezeiten von Schreckschussanlagen von Baumschulen nicht eingehalten werden, Hecken nicht geschnitten werden, die Wärmepumpanlage nachts zu laut ist oder der Hund des Nachbarn ständig bellt“, zählt Eggers als Beispiele auf. Statt jedoch sofort die Behörde einzuschalten, empfiehlt er, sich zunächst an den jeweiligen Schiedsmann der Gemeinde zu wenden. „Seine Aufgabe ist es, die beiden Parteien an einen Tisch zu bringen, um gemeinsam eine akzeptable Lösung zu finden“, erläutert Eggers.

In einigen Fällen erwiesen sich die Beschwerden als nichtig – aber keinesfalls immer. „Es gab eine Frau, die nachts immer wieder seltsame Klopfgeräusche hörte“, beschreibt Eggers. Dies sei zunächst nicht so richtig ernstgenommen worden. Doch die Dame blieb hartnäckig – zu Recht, wie sich bald herausstellte. „Wir haben tatsächlich einen Stalker erwischt, der die Frau belästigte“, berichtet Eggers.

Viel Arbeit bescheren ihm zunehmend die Bestattungskosten. „Immer häufiger gibt es entweder gar keine Kinder oder die Familie ist zerstritten und niemand will für die Kosten aufkommen“, berichtet Eggers. Es steckten lange und mühevolle Recherchearbeit dahinter, Verwandte ausfindig zu machen. „Im Notfall muss das Amt einspringen“, sagt Eggers. Einmal in der Woche bespricht Eggers mit Fachbereichsleiterin Heidi Mohr die komplizierteren Fälle, um nach Lösungen zu suchen. „Der Bereich, den Herr Eggers übernommen hat, ist sehr vielseitig – er ist für den Job genau der Richtige“, ist Mohr überzeugt.

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erstellt am 18.Aug.2015 | 14:00 Uhr

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