Pinneberg : Bei der Tafel herrscht Personalnot

Bei der Pinneberger Tafel können sich Bedürftige mit frischem Gemüse eindecken. Die Helfer arbeiten ehrenamtlich.
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Bei der Pinneberger Tafel können sich Bedürftige mit frischem Gemüse eindecken. Die Helfer arbeiten ehrenamtlich.

Soziales Engagement: Dringend Helfer für das Lager gesucht. Ansturm von Asylbewerbern zu verzeichnen.

shz.de von
22. November 2014, 10:00 Uhr

Pinneberg | Es ist Donnerstagmorgen. Kurz vor 11 Uhr. Gedränge im Gemeindehaus der Lutherkirche. Menschen haben Beutel und Tüten mitgebracht. Sie hoffen, satt zu werden. Dank der Pinneberger Tafel, die Woche für Woche etwa 400 Bedürftige versorgt, gehen sie später mit Gemüse, Brot und Konserven nach Hause. 65 ehrenamtliche Helfer sind im Einsatz. Derzeit herrscht bei der Tafel Not – es werden dringend Helfer für das Lager und den Fahrbetrieb gesucht. Zudem wächst die Nachfrage nach Lebensmitteln wegen des Zuzugs von Asylbewerbern derzeit immens. „Es wird immer schwieriger“, sagt Helferin Brigitte Ehrich. Man müsse sogar schon darüber nachdenken, Bedürftige abzuweisen.

Die Tafel in Pinneberg lebt ausschließlich von Spenden. Monatlich fallen etwa 1000 Euro an Fixkosten an. Dabei handelt es sich um Benzin- und Lagerkosten. Auch Müllgebühren werden fällig. Denn die Einzelhändler sortieren nicht vor. „Ein Drittel der Ware ist nicht mehr zu gebrauchen“, weiß Ehrich. Die Tafeln fungierten insofern auch als Entsorger. Die Helfer, die in Supermärkten aussortierte Ware abholen, lagern und zu den Ausgabeterminen in die Gemeindehäuser transportieren, bekommen kein Geld. Sie opfern ihre Freizeit – um in soziale Not geratenen Mitbürgern wieder auf die Beine zu helfen. „Wir suchen vor allem gesunde, kräftige Menschen, die uns unterstützen“, sagt Ehrich. Wichtig: Jeder kann individuell entscheiden, wann er seinen Dienst verrichtet. Niemand muss sich fest verpflichten.

Die Tafel bezieht Waren von rund 40 Supermärkten aus der Region. Das Angebot wird auch von Menschen aus Halstenbek und Rellingen in Anspruch genommen. In diesen Orten gibt es keine Tafeln. In Anspruch nehmen darf das Angebot der Tafel jeder, der seine Bedürftigkeit nachweisen kann – etwa mittels Harz-IV-Bescheinigung. Auch eine kleine Rente berechtigt zum Empfang von Lebensmitteln.

Der aktuelle Ansturm von Asylbewerbern dürfte kaum abebben. Die Stadt Pinneberg rechnet mit immer mehr Menschen, die aus Krisengebieten kommen. „Aktuell vor allem aus Syrien, Afghanistan und Serbien“, weiß Ehrich. Ihre Kollegen hätten diesbezüglich mit Problemen zu kämpfen: „Die Verständigung ist oft sehr schwierig.“

Wer sich für die Pinneberger Tafel engagieren will, der wendet sich unter der Telefonnummer 04101-63354 direkt an Ehrich.

Die Pinneberger Tafel öffnet zweimal wöchentlich ihre Pforten. Dienstags werden auf dem Gelände der evangelisch-freikirchlichen Gemeinde, Fahltskamp 79, Lebensmittel verteilt. Donnerstags sind die ehrenamtlichen Helfer im Gemeindehaus der Lutherkirche, Kirchhofsweg 53a, zu finden. An beiden Standorten gibt es jeweils in der Zeit von 11.15 bis 12.30 Uhr Gemüse, Brot & Co.
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