Pinneberg : Baustellenchaos in der Innenstadt

Hier waren früher vier Stellflächen: Der Kaufmann Peter Kasch, der auch eine DPD-Paketannahmestelle hat, ist mit seinem Standort in der Dingstätte nicht mehr glücklich.
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Hier waren früher vier Stellflächen: Der Kaufmann Peter Kasch, der auch eine DPD-Paketannahmestelle hat, ist mit seinem Standort in der Dingstätte nicht mehr glücklich.

Die Zufahrt zur Ebertpassage häufig von Baufahrzeugen versperrt. Paket-Kunden finden keine Parkplätze.

shz.de von
13. Mai 2015, 10:00 Uhr

Pinneberg | Die Imagekampagne der Stadt Pinneberg läuft unter dem griffigen Slogan „Wir können auch anders“. Wenn es um das derzeitige Bauplanmanagement geht, trifft das den Nagel auf den Kopf. Baustellen sprießen – bildlich gesehen – wie Frühlingspflanzen aus der Erde. Die Folge: ein heilloses Baustellenchaos.

Besonders die Arbeiten in der Friedrich-Ebert-Straße strapazieren die Nerven nicht nur der Verkehrsteilnehmer, sondern auch die der Geschäftsleute und Anlieger der Ebertpassage und unteren Dingstätte. Nachdem sich der Kaufmann Bert Meyer über die Baustelle vor seinem Geschäft beklagte, meldet sich nun auch Peter Kasch von der Firma PKasch Drucken-Kopieren-Versenden zu Wort: „Meine Kunden wissen nicht mehr, wie sie zu mir kommen, weil die Zugänge zur Ebertpassage willkürlich durch Baufahrzeuge versperrt sind“, berichtet er.

Absurd: Am Montag konnte der Kaufmann selbst nicht zu seinem Geschäft gelangen – die Zufahrt war mal wieder blockiert – und musste später öffnen. „Dabei wurde uns Anliegern von Seiten der Stadt mitgeteilt, dass während der Baumaßnahme in der Friedrich-Ebert-Straße der Zugang zu unseren Geschäften und Geschäftsparkplätzen in der Ebertstraße jederzeit gewährleistet wird“, sagt Kasch. Doch die Realität sieht anders auch.

Stellflächen – darauf ist Kasch ohne Wenn und Aber angewiesen, denn er hat auch eine DPD-Paketannahmestelle. Manche Kunden haben schwere und sperrige Pakete, mit denen sie nicht weite Wege laufen möchten. Im Zuge der Bauarbeiten sind die Stellplätze in der Nähe seines Geschäfts schon lange verschwunden. „Dort gilt zwar ein Halteverbot, doch man durfte Be- und Entladen. Mit dem Wegfall können wir aber noch leben, weil mein Vermieter die Schranke zu den Parkplätzen vor meinem Geschäft geöffnet hat“, sagt Kasch. Sie sind eigentlich nur für die Anwohner gedacht.
Aber jetzt kommt es ganz dicke: Am 20. Mai werden wegen Asphaltierungsarbeiten die Zufahrten zur Ebertpassage und zur Bismarckstraße (Rathausseite) nicht befahrbar sein. Dass Kasch über die Maßnahmen nicht informiert wurde, ärgert ihn besonders. Gestern schrieb er an die Stadt – und bekam sofort Antwort: „Das ist positiv zu sehen“, sagt Kasch.

Roland Schultz vom Fachbereich Stadtentwicklung und Bauen teilt mit, dass es sich lediglich um eine temporäre Sperrung der Zuwegungen handele. Und weiter: Wenn die Baufirma mit ihren zusätzlichen Wurfzetteln nicht alle Anlieger zu 100 Prozent erreicht hat, dann tut uns das leid“, schreibt Schultz.

„Wir haben die Anwohner von Seiten der Stadt noch mal über die Maßnahme informiert und darüber, dass am 20. Mai aufgrund von Asphaltierungmaßnamen einige Grundstücke nicht erreichbar sind“, sagte Marc Trampe, Sprecher der Stadt. Kasch vermisst die Verlässlichkeit. Der Kaufmann sucht langfristig nach anderen Geschäftsräumen. „Aber das ist in Pinneberg nicht so einfach. Denn ich brauche eine Zufahrt, wo Pkw be- und entladen werden können.“

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