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Verbandsversammlung : Baumschulen unter Preisdruck

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

BdB-Chef Axel Huckfeldt kritisiert Gestaltung von Privatgärten und fehlende Investitionen der Kommunen.

shz.de von
erstellt am 03.Feb.2017 | 16:00 Uhr

Durchhalteparolen für die Baumschulen: „Die Schlagzeilen im letzten Jahr haben mir gar nicht gut gefallen. Wir sind in einem Verdrängungswettbewerb. Aber von einer Krise zu sprechen, ist überzeichnet. Unsere Produkte sind für eine lebenswerte Umwelt unverzichtbar“, sagte Axel Huckfeldt, Vorsitzender des schleswig-holsteinischen Landesverbands im Bund deutscher Baumschulen (BdB), am Mittwochabend während der BdB-Mitgliederversammlung.

Anlass für Huckfeldts Bemerkung waren Insolvenzen wie die von BKN Strobel in Holm. Nach Ansicht des BdB-Vorsitzenden steige der Preisdruck auf die Baumschulen. „Ein Alleebaum, für dessen Produktion wir sieben bis neun Jahre brauchen, wird derzeit auf dem Niveau einer Handwerkerstunde vergütet“, beklagte Huckfeldt.

Auf der Nachfrageseite liegt nach Ansicht des Verbandschefs einiges im Argen. Die öffentliche Hand werde ihrem Auftrag nicht gerecht, mit Pflanzungen die Biodiversität und grüne Erholungsräume für die Menschen zu fördern. Außerdem fehlten große Infrastrukturprojekte mit begleitenden Pflanzungen. „Wir warten seit Jahren auf die A20 und die Fehmarnbeltquerung“, sagte Huckfeldt.

Zur fehlenden Konsumlust der Kommunen geselle sich ein gesellschaftlicher Trend unter den Privatkunden. „Die Gartenbesitzer Kaufen zwar die Landlust und teure Outdoormöbel. Im Garten jedoch grassiert die Steinpest“, kritisiert der BDB-Vorsitzende. Statt pflanzlicher Bodendecker würden Folien und Schotter immer beliebter, weil sie den Garten pflegeleicht machten. „Solange ohne zu zögern 1000 Euro für einen Grill investiert werden, jedoch 50 Euro für eine Zaubernuss zu viel sind, bleibt für uns noch viel Überzeugungsarbeit zu tun.“

Positiv stimmten ihn eine langsame Marktbereinigung mit abnehmenden Anbaumengen und die gute Imagepflege des BdB. „Die Kooperationen mit dem Förderverein Kulturlandschaft Pinneberger Baumschulland, mit dem Baumschulmuseum und Projekte wie der Pinneberger Baumpark sind sehr wertvoll.“ Für Huckfeldt haben die Baumschuler immer noch „den schönsten Beruf der Welt.“

Peter Levsen Johannsen, Geschäftsführer der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein, ermunterte die Betriebe, weiter auszubilden. Branchenübergreifend seien die Zahlen der neuen Ausbildungsverträge von 2014 bis 2016 mit jährlich etwa 180 bis 190 Gärtnern und 40 bis 50 Werkern im Gartenbau höher als in den Jahren zuvor gewesen. „Sorge bereitet mir, dass es in den Baumschulen mit 24 neuen Azubis 2016 vergleichsweise schlecht aussieht. Ich appelliere an alle: Auch wenn die Baumschulwirtschaft in einer schwierigen Phase ist, wird sie nicht auf fähigen Nachwuchs verzichten können. Und den müssen wir heute ausbilden.“

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