Baum-Attacke in Prisdorf

Diese Löcher sind an einer Prisdorfer Platane gebohrt worden. Die Verfärbung am linken Loch weist darauf hin, dass der Täter auch eine Flüssigkeit eingespritzt hat.
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Diese Löcher sind an einer Prisdorfer Platane gebohrt worden. Die Verfärbung am linken Loch weist darauf hin, dass der Täter auch eine Flüssigkeit eingespritzt hat.

Zwei Platanen wurden vorsätzlich beschädigt und mutmaßlich vergiftet / Dritter Fall in 2018 / Zeugen gesucht

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06. Dezember 2018, 17:13 Uhr

Es handelt sich um eine Umweltstraftat. Der Täter: Noch unbekannt. Das Opfer: zwei Platanen in der Prisdorfer Bahnhofstraße. Die Bäume sind mutwillig beschädigt worden – anscheinend mit dem Ziel, sie zu vernichten. Dies teilen das Amt Pinnau und der Polizeiliche Ermittlungsdienst Umwelt und Verkehr mit. Zeugen werden gesucht.

Eine Spaziergängerin war am Dienstagmorgen in der Prisdorfer Bahnhofsstraße auf den Baumfrevel aufmerksam geworden: Zwei Bäume waren auf Kniehöhe angebohrt worden. 15 Löcher sind entstanden, einmal um den ganzen Stamm herum. Spuren weisen darauf hin, dass der Täter in die Löcher auch giftige Flüssigkeiten eingebracht hat. Christian Tamm vom Umweltermittlungsdienst: „Wir vermuten, dass in die Baumlöcher und auch in den Boden im Wurzelbereich Diesel oder Heizöl gegeben wurde. Da wollte jemand den Baum los werden.“

Tamm und seine Kollegen ermitteln jetzt wegen Sachbeschädigung und Bodenverunreinigung. Man habe Proben genommen. Deren Auswertung stehe laut Tamm jedoch aktuell noch aus.

Es ist in diesem Jahr nicht der erste Fall dieser Art im Pinneberger Raum. Am 21. September ging bei den Umweltermittlern ein Hinweis auf die Beschädigung eines Baumes im Pinneberger Hindenburgdamm ein. Mit einem Holzbohrer war dort ein großes Loch in eine Wurzel gebohrt worden. Die Verfärbung der Rinde wies daraufhin, dass auch dort Flüssigkeit eingebracht wurde.


Schaden noch nicht bezifferbar

Am 17. Oktbober wurde eine ähnliche Tat in der Halstenbeker Schäferkoppel gemeldet, so Tamm. Dort seien vier Eichen wie die Prisdorfer Platanen mit Löchern auf Kniehöhe um den Stamm versehen worden. Auch hier scheint Flüssigkeit eingebracht worden zu sein. „Auf Youtube gibt es Tutorials, wie man unliebsame Bäume los wird“, sagt Tamm.

Bisher leben die Bäume noch. „Wie groß der Schaden ist, wird man erst im Frühjahr sehen, wenn die Bäume wieder ausschlagen“, so der Umweltermittler. Erst dann lässt sich auch ermessen, wie groß der finanzielle Schaden letztlich ist.

Derweil hofft die Polizei auf Zeugen. „Solche Löcher bohrt man nicht mal eben im Vorbeigehen. Mit einem Akkuschrauber nimmt es auch einige Zeit in Anspruch. Vielleicht hat jemand etwas beobachtet“, hofft er. Bohren ist keine unauffällige Tätigkeit. Im Dunkeln könnte an einem Akkuschrauber auch ein LED-Licht geleuchtet haben.

Ein Kavaliersdelikt ist die Vernichtung eines unliebsamen Baumes keineswegs. „Da muss man schon massiv zu Werke gehen und es steckt schon eine gehörige kriminelle Energie dahinter“, erläutert der Ermittler.

Wer bei dem jüngsten Fall in Prisdorf oder bei den älteren Angriffen auf Bäume in Halstenbek und Pinneberg etwas Verdächtiges beobachtet hat, ist dringend gebeten, sich beim Ermittlungsdienst Umwelt und Verkehr unter der Telefonnummer (0 41 01) 20 24 51 zu melden.

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