Sanierung : Bauliche Mängel im Schulzentrum Schenefeld – Schule schlägt Alarm

Das Schulzentrum in Schenefeld muss saniert werden.
Das Schulzentrum in Schenefeld muss saniert werden.

Sitzung des Bauausschusses: Schulelternbeirat, Schülervertreter und Schulleitung legen Positionspapier vor.

shz.de von
19. Mai 2018, 12:00 Uhr

Schenefeld | Das Schulzentrum Schenefeld bleibt ein Diskussionsthema. Während der Sitzung des Ausschusses für Bauen und Feuerwehr meldete sich Kerstin Bendt, Vorsitzende des Schulelternbeirates (SEB) des Gymnasiums, zu Wort. „Wir sind über das Gutachten entsetzt. Viele der Aussagen halten wir für sehr bedenklich“, fasste sie zusammen.

Aus dieser Sorge heraus bildete sich ein Arbeitskreis namens „Schulgebäude des Schulzentrums Schenefeld“. SEB, Schülervertreter und Schulleitung sind Teil dieses Arbeitskreises. Gemeinsam erstellten die Mitglieder ein Positionspapier, das sich auf das Gutachten des Planungsbüros „Drees & Sommer“ bezieht.

Wie berichtet, stellte der Architekt Joachim Lenschow die wesentlichen Ergebnisse der baulichen Bestandsaufnahme zum Schulzentrum Achter de Weiden zusammen. Heraus kam: Konstruktive Mängel bei den Dächern, fehlende Wärmedämmung und Gefälle, Risse in den Fassaden, Durchfeuchtung, ein fehlendes Brandschutzkonzept, Wasserrohre in Elektroräumen sowie veraltete Sanitäranlagen.

Fünf Punkte haben die Betroffenen hervorgehoben: Brandschutz, Elektrische Leitungen/Wasserleitungen, Trinkwasser, Raumluft, Heizungsanlage. Besonders das Thema Brandschutz liege den Betroffenen laut Bendt am Herzen. „Es sollte schnellstmöglich ein Brandschutzgutachten eingeholt werden. Wenn etwas im Schulzentrum passiert, dann müssen die Brandschutzvorgaben erfüllt sein, damit die Kinder sicher aus dem Gebäude im Ernstfall raus kommen“, forderte die Vorsitzende des SEB. Aus dem Gutachten des Planungsbüros geht hervor, dass wesentliche sicherheitsrelevante Mängel abzustellen sind.

Schäden an der Wasserleitung beeinträchtigen auch die Qualität des Trinkwassers. „Eine Überprüfung ist jeweils nach den Schulferien durchzuführen“, heißt es in dem Positionspapier. „Das Wasser muss keimfrei sein“, bekräftige Bendt. Bei der Überprüfung müsse das Trinkwasser in den Sportanlagen zusätzlich berücksichtigt werden. Des Weiteren fordert der Arbeitskreis eine umfassende Raumluftüberprüfung sowie umgehend eine individuell regulierbare Wärmeversorgung der einzelnen Räume. „Die Zimmer sind zum Teil den ganzen Tag der Sonne ausgesetzt. Das ist niemandem zuzumuten“, sagte die SEB-Vorsitzende. In dem Positionspapier seien elementare Dinge aufgelistet, die für die Sicherheit der Kinder sorgen. „Die hat schließlich oberste Priorität.“ Dem stimmte auch Jörg Frobieter, Leiter des Schenefelder Gymnasiums, zu. „Es kommt die Frage auf, ob die Lage so sicher ist, wie sie zu sein scheint“, sagte er.

Dass die Sicherheit auch für die Politiker der Stadt an oberster Stelle stehen, machten die Ausschussmitglieder deutlich. „Alle Ausschüsse sind an dem Projekt dicht dran. Wir werden alles tun, was wir können, um es zu realisieren“, sagte die Ausschussvorsitzende Susanne Broese (CDU).

Dennoch betonte Andreas Bothing, Fachbereichsleiter Planung, Bauen und Umwelt, dass kein akuter Handlungsbedarf bestehe. Er könne zwar die Sorgen der Betroffenen verstehen, aber „ich kann nicht aus dem Gutachten erkennen, dass es Bereiche gibt, in denen wir fahrlässig oder sogar vorsätzlich jemanden in Gefahr bringen“.

Auch die Schenefelder Politiker sehen Handlungsbedarf und wollen das Projekt vorantreiben. Einstimmig votierten die Ausschussmitglieder dafür, zur Vorbereitung der geplanten Modernisierung und Sanierung des Schulzentrums Achter de Weiden eine Vorplanung mit Grundleistungen in Auftrag zu geben. Zu diesen zählen unter anderem die Erstellung eines Vorkonzepts für Umbau und Sanierung der Bestandsgebäude, die Ermittlung der Kosten für die Gesamtmaßnahme sowie ein Architektenwettbewerb. In alle Schritte soll die Schulleitung Gelegenheit bekommen, Anregungen zu geben.

Dieser Text wurde nachträglich um den letzten Absatz aktualisiert.

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