zur Navigation springen

Seniorenwohnpark in Pinneberg : Bauernmühle kämpft um ihren Ruf

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Das Seniorenheim reagiert auf die Vorwürfe mangelhafter Pflege. Die Staatsanwalt hat inzwischen das Ermittlungsverfahren eröffnet.

Neues Führungspersonal, ein Krisenmanager aus Hessen, professionelles Qualitätsmanagement: Der Seniorenwohnpark Bauernmühle in Pinneberg kämpft um seinen Ruf. Nachdem im August bekannt geworden war, dass die Staatsanwaltschaft Itzehoe den Vorwurf der mangelhaften Pflege prüft, wird mittlerweile offiziell ermittelt. Das Haus an der Mühlenstraße kooperiert derweil eng mit der Heimaufsicht. Und stellt die Weichen für eine bessere Zukunft.

Rückblick: Am 14. August berichtet unsere Zeitung exklusiv über massive Pflegemängel im 2011 eröffneten Seniorenwohnpark. Noch am selben Tag schickt die Staatsanwaltschaft Itzehoe ihre Ermittler. Akten werden beschlagnahmt. Stunden, an die sich Geschäftsführer Sascha Busert ungern erinnert. „Die Berichterstattung hat uns geschadet, war aber sachlich nicht zu beanstanden“, sagt er. Er setze auf Transparenz. Auf offene Worte. „Es wurden Fehler gemacht. Wir haben gehandelt, das sind wir unseren Bewohnern schuldig.“

Konsequenzen hätten die Pflegemängel vor allem für führende Mitarbeiter gehabt. Dem Pflegedienstleiter sei gekündigt worden, so Busert. Der Vertrag der bisherigen Heimleitung sei ohnehin ausgelaufen. Den Job habe er bis auf Weiteres übernommen. Auch bei den Wohnbereichsleitungen setze man auf neue Köpfe. Veränderungen, die laut Busert bereits im Mai angeschoben wurden. Seinerzeit hatte der Medizinische Dienst der Krankenkassen den Träger der Einrichtung, die Fuest Familienstiftung, über erkannte Mängel informiert. Busert spricht rückblickend von „großer Dramatik“. In der Folge seien Pflegedokumentationen überprüft und Versäumnisse festgestellt worden. Mit dem aus Hessen nach Pinneberg versetzten Marco Kaser habe man mittlerweile einen Pflegedienstleiter mit viel Erfahrung. „Wir legen jetzt erstmal ein Fundament“, sagt der Geschäftsführer. „Wir glauben an den Standort, sind vom jetzigen Personal überzeugt.“ Externe Qualitätsmanager führten derzeit Schulungen des Personals durch. Man müsse und wolle besser werden. „Wir verbergen nichts, es gibt viele positive Rückmeldungen“, ergänzt Kaser. Von einem Aderlass könne im Übrigen keine Rede sein. Die negativen Schlagzeilen hätten keineswegs zu einer Bewohnerflucht geführt.

Die Behörden machen trotz der guten Vorsätze ihren Job. Der Itzehoer Staatsanwalt Peter Müller-Rakow bestätigte gestern, dass mittlerweile ein Ermittlungsverfahren eröffnet wurde. Es seien „umfangreiche Pflegedokumentationen sichergestellt“ worden. Die Unterlagen würden derzeit vom Institut für Rechtsmedizin des Universitätskrankenhaus (UKE) Eppendorf ausgewertet. Ziel sei es, herauszufinden, ob „sorgfaltswidriges Verhalten“ zu den Pflegemängeln geführt habe, so Müller-Rakow.

 

 

 

zur Startseite

von
erstellt am 21.Sep.2013 | 12:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen