zur Navigation springen

Pinneberg geht in die Offensive : Bauamtschef Klaus Stieghorst im Interview

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Stadtentwicklung: Ein ausgegebenes Ziel ist die Mischung aus Wohnbau- und Gewerbeflächen.

von
erstellt am 15.Feb.2017 | 16:00 Uhr

Pinneberg | Eggerstedt, Ossenpadd und Müßentwiete. Das sind nur drei Gewerbegebiete unter mehreren, die Pinneberg entwickelt. Dazu kommt die Umgestaltung der Innenstadt und des Bahnhofs. Wohl keine andere Stadt im Kreis hat so viele Projekte am Laufen wie Pinneberg. Bauamtschef Klaus Stieghorst hat den Überblick.

Welche Gewerbegebiete in der Stadt werden dieses Jahr auf den Weg gebracht und welche erschlossen? Hat Pinneberg noch weitere Flächen für Gewerbe – außer Rehmenfeld, Ossenpadd und Müßentwiete?
Klaus Stieghorst: Die Stadt entwickelt zurzeit offensiv Gewerbegebiete, die Entwicklungszeiträume sind allerdings unterschiedlich: Die Innenstadt hat etwa 6000 Quadratmeter Gewerbe- und Einzelhandelsflächen. Die Realisierung erfolgt zurzeit schrittweise. Das Mühlenauquartier umfasst etwa drei Hektar Gewerbeflächen auf dem Grundstück des ehemaligen Güterbahnhofes. Daneben sind etwa 360 Wohneinheiten auf den Flächen des ehemaligen Ilo-Werkes geplant. Die Realisierung durch den Projektentwickler soll ab 2018 erfolgen.
Das Gewerbegebiet Müßentwiete hat etwa 20 Hektar Gewerbefläche, die Realisierung ist geplant ab 2019 nach Fertigstellung der Westumgehung. Wir werden dazu in Kürze den Gremien eine Beschlussvorlage vorlegen. Das Gewerbegebiet Ossenpadd umfasst etwa 24 Hektar Gewerbefläche. Die Realisierung ist geplant ab 2019 nach Fertigstellung der Westumgehung. Und zur Parkstadt Eggerstedt: Hier sind es etwa 16 Hektar Gewerbeflächen. Verkauf und Realisierung der erschlossenen Flächen erfolgen zurzeit schrittweise. Rehmenfeld umfasst etwa zwölf Hektar Gewerbeflächen. Die Aufstellung des Bebauungsplanes soll in 2017 abgeschlossen werden. Gehrstücken Süd: etwa 14 Hektar Gewerbeflächen. Die Aufstellung des Bebauungsplanes startet in diesem Jahr.

Das Straßenverkehrsamt zieht nach Elmshorn. Was plant die Stadt auf dem Areal in Pinneberg?
Für das Grundstück gilt der Bebauungsplan 121 der Stadt Pinneberg, welcher dort Flächen für Gemeinbedarf festsetzt. Weitere Planungen für das Grundstück sind Aufgabe des Grundstückseigentümers, des Kreises Pinneberg.

Wird die Innenstadt dieses Jahr für den Autoverkehr gesperrt? Auf welche Veränderungen müssen sich die Pinneberger dann einstellen? Was verändert sich noch in der Innenstadt?
Die Innenstadt wird zurzeit mit Hilfe von Städtebauförderungsmitteln kontinuierlich umgestaltet. In ersten Schritten wurden bereits die Fußgängerzonen von Fahltskamp, Lindenplatz und Dingstätte vollständig erneuert. Drei weitere Projekte stehen zur Realisierung an: Die Neugestaltung der Bismarckstraße zwischen Rathaus und VR Bank, der Umbau der Straße Am Rathaus für 2-Richtungsverkehr und der Bau der neuen Fußgängerzone Ebertpassage.

Wie wird das finanziert?
Für alle Projekte werden die notwendigen Förderanträge beim Innenministerium geprüft. Nach Freigabe der Fördermittel könnte sofort mit dem Bau begonnen werden. Ich hoffe sehr, dass es gelingt, diese Projekte noch in diesem Jahr zu starten.

Wenn der Sonnabendmarkt in die Innenstadt verlegt wird, was passiert dann mit dem Marktplatz an der Elmshorner Straße? Könnte dort gebaut werden?
Durch den Umbau der Straße Am Rathaus für den Zwei-Richtungsverkehr und die Umgestaltung der Fläche zwischen VR Bank und Rathaus unter anderem für die Veranstaltung des Wochenmarktes, kann auch der Sonnabend-Markt in die Innenstadt verlegt werden. Auch an Tagen ohne Markt wird der Bereich der Bismarckstraße Fußgängerzone ohne Autoverkehr bleiben. Es wird dann einfach möglich sein, von der Rathauspassage zur Ebertpassage und dem dortigen Einzelhandel zu schlendern. Auf der Veranstaltungsfläche an der Elmshorner Straße kann nicht gebaut werden. Der Bebauungsplan lässt dies nicht zu. Im Laufe dieses Jahres werden wir im Uferbereich eine Abgrabung zum Hochwasserschutz vornehmen.

Wie geht es mit der Erschließung der Parkstadt weiter?
Die öffentlichen Grünanlagen werden zurzeit in mehreren Bauabschnitten von der Landesentwicklungsgesellschaft hergestellt. Die Straßen sind weitestgehend fertig gestellt. Mit der Herstellung der letzten Oberflächen, wird in diesem Jahr in den Wohngebieten begonnen. Danach wird schrittweise mit Rücksicht auf die Fertigstellung der Hochbauten, bis 2019 auch für die übrigen Straßen die endgültige Oberfläche hergestellt.

Welche Grundstücke sind dort für Gewerbe zu haben?
Auf den Gewerbeflächen werden zurzeit Schritt für Schritt sehr interessante und mit dem Wohnen verträgliche Betriebe angesiedelt. Einzelflächen stehen noch zum Verkauf.

Ist der Bau des Luxushotels noch im Gespräch?
Das Projekt der Wabe mit internationaler Schule ist im ersten Bauabschnitt realisiert und soll in Stufen weiterentwickelt werden, unter anderem mit Sporthalle, Akademie, Boarding-House und Hotel.

Ist das DRK-Gelände am Rehmen schon im Besitz der Stadt? Wenn ja, was passiert mit dem alten Gebäude? Ist dort Wohnbau geplant?
Das Gelände ist bereits in den Besitz der Stadt übergegangen. Der Bebauungsplan sieht für diese Flächen bereits Wohnungsbau vor.

Stichwort Bahnhof: Welche Maßnahmen stehen an?
In diesem Jahr wird der zwei Bauabschnitt realisiert, der Busbahnhof auf der Nordseite. Die notwendigen Kanalbauarbeiten konnten in 2016 abgeschlossen werden. Die Baumaßnahme startet, sobald die Witterung es zulässt.
Ab 2018/2019 wird die Bahn mit dem Bau der Fußgängerunterführung unter den Gleisen und mit der Sanierung und Erweiterung des Empfangsgebäudes starten. In diesem Zusammenhang wird auch der dritter Bauabschnitt auf der Nordseite, der Platz vor dem Bahnhofsgebäude, endgültig neu gestaltet.

Wie sieht bei diesem Projekt die Finanzierung aus?
Die Gesamtmaßnahme wird mit Mitteln des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes und der Metropolregion mit 85 Prozent gefördert. Für den realisierten P+R Platz sind die Fördermittel bereits abgerufen, für den Busbahnhof soll dies nach der Baumaßnahme noch in 2017 erfolgen.

Wie weit werden 2017 die Arbeiten an der Westumgehung voranschreiten? Werden die Planungen genauso umgesetzt, wie vor Jahren geplant?
Die Straße wird entsprechend dem vorliegenden Planfeststellungsbeschluss realisiert. Änderungen sind nicht vorgesehen. Nach aktueller Planung soll die Westumgehung Ende 2018 fertig gestellt sein. Dies steht allerdings unter dem deutlichen Vorbehalt von unvorhergesehenen Ereignissen und den Witterungsverhältnissen. Die Fördermittel für die Westumgehung werden jährlich nach dem Stand der realisierten Baumaßnahmen abgerufen und gehen bei der Stadt jeweils zum Ende des Jahres ein.

Ist der Eindruck richtig, dass sich Pinneberg in dynamischer Entwicklung befindet?
Die Stadt nutzt in der Stadtentwicklung ihre Chancen mit einer ausgewogenen Mischung aus neuen Wohnbauflächen und neuen Gewerbeflächen. Damit wird die Grundlage geschaffen für eine nachhaltig dynamische Entwicklung der Stadt in den nächsten Jahrzehnten. Nur eine Stadt, die etwas will, bekommt auch etwas.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen