Basamid: „25 Gramm sind tödlich“

Halstenbeks Grüne forcieren Verbot des umstrittenen Pflanzenschutzmittels / Forderungen an die Landesregierung in Kiel

Avatar_shz von
06. März 2014, 16:00 Uhr

Beim Gedanken an das hochtoxische Pflanzenschutzmittel Basamid wird Jürgen Malke ganz mulmig: „25 Gramm davon sind schon tödlich.“ Grund genug für den Grünen-Ratsherr von Halstenbek, auch als Vorsitzender des Umweltausschusses ein flächendeckendes Verbot auf Landesebene mit voranzutreiben (diese Zeitung berichtete). Das Gremium war sich am Dienstagabend entsprechend einig: Die Politik muss den Druck erhöhen.

Die Zielvorgabe aller lautet: Mit Samthandschuhen geht gar nichts. Entsprechend wurde der Antrag des Fachausschusses an die Gemeindevertretung umformuliert:
> Die Gemeindeverwaltung bittet nicht mehr, sondern fordert die Landesregierung auf, noch im ersten Halbjahr 2014 das Grund- und Oberflächenwasser in Baumschulgebieten auf Rückstände und Abbauprodukte von Basamid zu untersuchen (jährliche Wiederholung). Den Kommunen sind die Ergebnisse vorzulegen.
> Die Gemeindeverwaltung fordert die Landesregierung auf, Anträge auf Genehmigung zur Ausbringung von Basamid nicht zu unterstützen.
> Die Gemeindewerke Halstenbek werden aufgefordert, im Zuge der Trinkwasseruntersuchungen die Trinkwasserbrunnen auf Rückstände und Abbauprodukte von Basamid zu untersuchen.
> Die Gemeindeverwaltung wird gebeten, ein Amtshilfeersuchen an das Pflanzenschutzamt in Ellerhoop zu stellen, ihr jährlich die zur Basamidbehandlung angezeigten Baumschulflächen und eingesetzten Mengen bekannt zu geben.

Dass das seit 2004 verbotene Mittel überhaupt noch von Baumschulern benutzt wird, ist einer Gesetzeslücke geschuldet: Altbestände dürfen aufgebraucht werden, im Ausland produziertes Mittel wird weiter eingesetzt. Für Malke nicht mehr lange: „Es wird sich in nächster Zeit etwas tun.“

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen