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Es geht wieder los : „Barocker Herbst“ in Pinneberg

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Zum „Barocken Herbst“ werden in der Drostei Schülerarbeiten zu Hans Leo Haßler präsentiert. Vernissage am Dienstagabend.

shz.de von
erstellt am 04.Nov.2014 | 16:00 Uhr

Pinneberg | Wer war Hans Leo Haßler? Der Renaissance-Künstler ist nicht unbedingt namentlich geläufig. Auch 32 Schülern der Pinneberger Berufsschule war er bis vor kurzem noch kein Begriff. Das änderte sich mit diesem Schuljahr: Seit den Sommerferien beschäftigten sie sich mit Haßler. Denn in der Drostei wird noch bis Mitte November im Rahmen des „Barocken Herbst“ der 450. Geburtstag des „Universalgenies des Frühbarock“ gefeiert – und die Schüler stellen ab heute ihre Kunstwerke zu dem unbekannten Universalgenie aus.

„Vor allem seine Virtuosität hat uns sehr beeindruckt“, sagt die Schülerin Melanie Brandt (19). Unter der Leitung ihrer Kunstlehrerin Katrin Siebel arbeiteten die Jungen und Mädchen an ihren Werken. „Am Anfang war Haßler ein Fremder, wir wussten gar nichts über ihn“, resümiert die Kunstlehrerin Siebel. Die Schüler, künftige Erzieher und sozialpädagogische Assistenten, wandelten auf den Pfaden des Komponisten. Gemeinsam recherchierten sie zu seiner Person. „Er war Komponist, Chorleiter, Lehrer, Uhrenmacher und Instrumentbauer – aber über sein Privatleben haben wir nur wenig gefunden“, so Michele Malkoc (18). In ihren Werken spielt nun oft die Musik eine große Rolle. Entstanden sind Zeichnungen, Grafiken, Reliefs und Collagen – so vielfältig wie Haßlers Schaffen selbst. Die Schüler sind sich einig: Er war ein ungewöhnlicher und vielseitiger Mensch. „Und für jeden von uns jemand anders“, sagt Sabrina Kaßner (19).

In der Schau „Mein Haupt ist voll verwirret“ werden ab heute „bildnerischen Schülergedanken“ in den Gartensälen der Drostei präsentiert. Zur Vernissage heute Abend werden Kunstlehrerin Siebel und Stefanie Fricke, künstlerische Leiterin der Drostei, einleitende Worte sprechen. Beginn in der Dingstätte 23 ist um 18.30 Uhr. Bis Donnerstag, 13. November, sind die Werke in den Gartensälen der Drostei jeweils mittwochs bis sonntags von 11 bis 17 Uhr zu sehen. Der Eintritt ist frei.

Hans Leo Haßler wurde 1564 in Nürnberg geboren. Er war unter anderem Komponist und  Uhrmacher. Seine Eltern bildeten ihn schon in jungen Jahren zum Organisten aus. Ab 1584 erhielt er Unterricht bei Andrea Gabrieli in Venedig. 1585 wurde er in Augsburg Kammerorganist des Grafen Oktavian II. von Fugger. Nach dem Tod des Grafen ging er 1601 nach Nürnberg. Dort war er vorrangig als Kaufmann tätig und entwickelte Orgelautomaten. 1595 wurde er von Kaiser Rudolf II. in den Adelsstand erhoben. Haßler wollte1612 an den Krönungsfeierlichkeiten für Kaiser Matthias in Frankfurt am Main teilnehmen. Während dieses Aufenthalts starb er an Schwindsucht.
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