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Pinneberger Tageblatt

23. August 2017 | 01:14 Uhr

Heimatverband : Barmstedts Geburtsurkunde

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

450 Jahre alter Kaufvertrag erste Erwähnung zahlreicher Gemeinden und Familien. Das Vertrags-Jubiläum wird am 1. Dezember in Prisdorf gefeiert.

Kreis Pinneberg | Was kosten Rellingen und Barmstedt? Bei den derzeitigen Grundstückspreise eine wohl kaum vorstellbare Summe. 1564 allerdings gab es die beiden Dörfer für 6000 Mark Lübsch. Und als Draufgabe noch zahlreiche Kornlieferanten. Festgehalten ist dieser Kauf in einer Urkunde vom 30. November 1564. Vertragspartner waren als Verkäufer das Domkapitel zu Hamburg und als Käufer Graf Otto von Schauenburg-Pinneberg, der sich bei der Vertragsunterzeichnung durch den Drosten Hans Barner vertreten ließ.

450 Jahre ist das mittlerweile her. Doch so unbedeutend dieser Handel zunächst scheinen mag, so bedeutsam ist er tatsächlich für die Geschichte des Kreises Pinneberg. „Diese Urkunde, die sich im Landesarchiv Schleswig befindet, ist sowohl für mehrere Orte als auch für viele Familien die erste urkundliche Erwähnung ihres Namens“, erläuterte Otto Leverköhne, Vorsitzender des Heimatverbands für den Kreis Pinneberg, im Gespräch mit dieser Zeitung. Zu den Orten, die im Vertrag genannt werden, gehörten außer Barmstedt und Rellingen auch Borstel, Kummerfeld, Esingen, Quickborn, Hemdingen, Heede und Lutzhorn. Ebenso sei es die erste urkundliche Erwähnung für einige Orte, die heute zu Hamburg gehören, wie beispielsweise Stellingen und Niendorf.

Der Heimatverband möchte dieses Vertrags-Jubiläum wegen seiner regionalgeschichtlichen Bedeutung in Erinnerung rufen. Daher lädt er für Montag, 1. Dezember, ins Gemeindezentrum Prisdorf, Hudenbarg 5, ein. Die Veranstaltung im Bilsbekraum beginnt um 19 Uhr. Während der Veranstaltung soll der Vertrag vorgestellt und erläutert werden. Zudem ist vorgesehen, über die geschichtlichen Hintergründe des Abschlusses zu informieren. „Der Vertrag steht unter anderem in Verbindung mit der Einführung der Reformation in der Grafschaft Holstein-Pinneberg, die dort erst 1561 erfolgte“, gab Leverköhne bereits eine Kostprobe dessen, was die Besucher erwartet. Als Referenten hat der Heimatverband Günther Bock und Joachim Stüben, zwei ausgewiesene Kenner der holsteinischen Geschichte des Mittelalters und der frühen Neuzeit, eingeladen. Der Eintritt zu der Jubiläumsveranstaltung ist frei. Eingeladen sind alle interessierten Bürger.

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erstellt am 25.Nov.2014 | 16:40 Uhr

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