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Barmstedt : Barmstedter ist ältestes SoVD-Mitglied in Schleswig-Holstein

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Heinrich Beck feiert 90. Geburtstag im Kreise seiner Lieben.

shz.de von
erstellt am 27.Okt.2014 | 10:00 Uhr

Barmstedt | Heinrich Beck feierte am vergangenen Freitag seinen 90. Geburtstag. Der Barmstedter, der am Krützkamp aufwuchs und auch heute noch dort wohnt, ist vielen Menschen in der Stadt gut bekannt. Er belebte nach dem am Zweiten Weltkrieg am 1. April 1946 den Reichsbund wieder, der später in Sozialverband (SoVD) umbenannt wurde, und war langjähriger Vorsitzender. Ehrenurkunden und Ehrenschild erhielt er für dieses Engagement. Heute ist Beck das älteste SoVD-Mitglied in Schleswig-Holstein. Ehrenvorsitzender ist er im Imkerverein auf örtlicher Eben sowie im Landesverband. Nach dem Krieg half Beck zudem dabei mit, den Spielmannszug aufzubauen.

An seine Kinderspiele erinnert er sich noch genau: Kibbel-Kabbel, Fußball und Drachen steigen lassen standen damals hoch im Kurs. In der Grundschule unterrichtete ihn Claus Jans als Klassenlehrer. Jans gewährte seinen Schülern auch Einblicke in die Imkerei. Beck erlebte außerdem die Entstehung des Rantzauer Sees mit. „Abends sind wir Jungen dort heimlich mit den Loren gefahren, wenn eine Aufsicht kam, sind wir weggerannt“, berichtet er. Auch als das Wasser in das mit Spaten ausgehobene Seebecken lief, schaute er zu. „Wir waren überall dort, wo etwas los war“, berichtet er.

Beck erlernte bei Schuhmachermeister Storjohann den Beruf des Orthopädie-Schuhmachers – allerdings nur ein halbes Jahr. Dann wurde der Meister eingezogen, und der Betrieb musste vorübergehend schließen. Beck beendete in der Schuhfabrik Lüdemann seine Lehre. 1941 wurde auch er im Alter von 17 Jahren eingezogen. Der Krieg verschlug ihn nach Russland, wo er fünfmal verwundet wurde. Später wurde er mit mit einer Knieverletzung ins Lazarett nach Gütersloh gebracht. Im April 1945 km er als Voll-Invalide nach Hause und wurde im Lazarett in der damaligen Realschule behandelt. „Dort arbeitete Doktor Jaschke als Chefarzt, der sich später in Barmstedt niederließ“, sagt er. Zu den Engländern, die im Zeltlager in der Nähe campierten, hatte er einen guten Draht. „Die besuchten uns, und ich erhielt, als sie abrückten, ein Fahrrad geschenkt“, so Beck. 1947 heiratete er, mit seiner Frau hat er zwei Söhne, von denen einer bereits gestorben ist.

Vom Schuhmacher zum Berufsmusiker

In seinem Beruf konnte er nicht mehr arbeiten, so besuchte er eine private Musikschule in Hamburg. Sie kostete stolze 400 Mark pro Monat. Doch nach der Währungsreform reichte das Geld dafür nicht mehr aus. Beck spielte daraufhin Schlagzeug in der bekannten Kapelle von Willi Röh in der Seegaststätte, der Bokeler Mühle und auch bei Max Eggers im Grünen Wald.

Wie Beck zur Imkerei kam? 1951 schwirrte eines Tages ein Bienenschwarm vor seinem Küchenfenster. Er fragte seinen ehemaligen Lehrer Claus Jans um Rat. „Du wirst Imker“, sagte dieser und beriet ihn. Seitdem ist Beck leidenschaftlicher Imker mit 50 Bienenstöcken an verschiedenen Standorten. Sohn Jürgen eifert ihm nach und besitzt 30 Bienenstöcke.

Beck betreibt auf seinem Grundstück ein Einzelhandelsgeschäft mit Imkereibedarf sowie Honig. Privat verreiste er gern mit seiner Partnerin Elli Wesenberg, mit der er nach dem Tod seiner Frau 1989 zusammenlebt, nach Teneriffa. Beck hat zwei Enkel und einen Urenkel.

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