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44 Jahre für das Wohl der Kinder : Barbara Burton geht in den „Un“-Ruhestand

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Die Leiterin der Grundschule Bickbargen wird am 21 Juli auf einem fest verabschiedet.

von
erstellt am 18.Jul.2017 | 16:00 Uhr

Halstenbek | 44 Jahre im Dienste der Schule. Der Bildung. Ein Leben für die Schüler. Generationen prägte Barbara Burton mit ihrem Enthusiasmus, mit ihrer Kreativität. Mit ihrem selten nachlassenden Eifer, Schule als eine sich stets wandelnde Institution mit täglichen Herausforderungen zu begreifen. 19 Jahre lang prägte die 65-Jährige als Leiterin die Grundschule Bickbargen. Am Freitag, 21. Juli, dürften ab 11 Uhr so einige Tränen kullern: Barbara Burton wird an diesem Morgen, wohl mit „großem Bahnhof“, in den Ruhestand verabschiedet.

Versonnen blickt die Pädagogin mit Schwerpunkt Deutschunterricht – in den letzten Jahren parallel zur aufreibenden Administration auch Mathe- und Englischpaukerin – aus dem Fenster ihres Büros auf den Schulhof am Bickbargen. Nur für kurze Zeit. Denn ein Gespräch mit Burton ist stets intensiv. Und (er-)fordert Aufmerksamkeit.

Die konnte sich die mehrfache Mutter und Großmutter sowohl bei ihren Schülern als auch bei ihrem Kollegium – „vor 19 Jahren waren wir zwölf, heute sind wir 25 im Kollegium“ – stets sicher sein. Burton, so der Eindruck des Außenstehenden seit mehr als 17 Jahren, sprudelte stets vor Ideen, war mitreißend, immer für Überraschungen gut.

Das wurde in den zurückliegenden Jahren belohnt, sorgte für Gesprächsstoff im Kreis Pinneberg, im Land Schleswig-Holstein, im Kieler Bildungsministerium. Burton und ihr Team haben über Jahre Maßstäbe gesetzt. Selbstbewusst, ohne Eitelkeit und Überheblichkeit, erinnert sich die Scheidende an Spuren ihres Wirkens: „Die Grundschule Bickbargen war eine der ersten Einrichtungen im Land als Offene Ganztagsschule. Und das mittlerweile seit elf Jahren.“ Sechs Jahre lang sei die Schule auch Referenzschule gewesen. Des Weiteren sei die Grundschule in Krupunder eine der ersten gewesen, die vor etwa acht Jahren komplett mit sogenannten Smartboards – zukunftsweisenden interaktiven digitalen Tafeln – ausgestattet worden sei.

Besonders stolz ist Burton auf das etwa zehn Jahre alte Tanz-Projekt an ihrer Schule. „Mein Baby jeweils für die Viertklässler“, nennt sie das unverblümt. Dahinter verbirgt sich eine Kooperation mit der Halstenbeker Tanzschule Capriole und mündet stets in einer großen Aufführung einmal im Jahr. Breakdance, Hip Hop und mehr sorgen dafür, dass die Kleinen ein anderes, ein neues Körpergefühl bekommen. „Besonders authistischen Kinder bringt das viel“, betont Burton.

Eine nachdenkliche Bilanz

Ihre Bilanz klingt nachdenklich: „Die Anforderungen an die Lehrer sind stark gewachsen. Der Lehrer von heute muss breit differenziert aufgestellt sein, muss jedes einzelne Kind im Auge behalten.“ Ihr Tipp an junge Kollegen: „Man muss Kinder mögen. Dann ist das der richtige Job.“ Ein Leben lang.

Der Nachfolger für sie ist noch nicht gefunden. Die erste Ausschreibung ist gescheitert. Ein ausgewählter Kandidat hat sich kurzfristig umentschieden. Es heißt, im Kollegium soll es doch nicht genügend Rückhalt gegeben haben. Janine Mewes, als Konrektorin lange Zeit an der Seite von Burton, wird vorerst die Leitung kommissarisch übernehmen. Die Neubesetzung dürfte sich hinziehen: Frühestens in der September-Ausgabe des Mitteilungsblatts wird die Ausschreibung erscheinen.

Überhaupt: Burton kämpft bis zum Schluss. Diesmal betont für ihre Kollegen. „Es sind zahlreiche Stellen unbesetzt. Vor allem fehlt es an Männern an den Grundschulen. Und das liegt besonders an der schlechten Bezahlung. Es ist nicht zur verstehen, warum ein Grundschulleiter mit A13, ein Leiter eines Gymnasiums mit A16 besoldet wird.“

Zwei Jahre hätte die 65-Jährige gern weitergemacht. Mitgearbeitet an der Realisierung des Erweiterungs- und Sanierungskonzepts der Schule. Aber es gibt Regeln als Beamter. Dann doch die Hände in den Schoß legen? Das ist nicht Burtons Sache: Ihre Kinder, Enkelkinder, Familie – das wird der Fokus der kommenden Jahre sein. Von ihrem Haus aus. Ganz um die Ecke ihrer geliebten Schule.

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