Rellingen : Bald Duales Abitur in Rellingen?

Trafen sich mit Bürgermeisterin Anja Radtke (parteilos) zum Dialog im Rathaus: SPD-Bundestagsmitglied Ernst Dieter Rossmann (von links), SPD-Ortsvorstands-Mitglied Peter Geercken, Kai Vogel (SPD), Abgeordneter im Kieler Landtag, und Rellingens SPD-Chef Christian Zimmermann.
Trafen sich mit Bürgermeisterin Anja Radtke (parteilos) zum Dialog im Rathaus: SPD-Bundestagsmitglied Ernst Dieter Rossmann (von links), SPD-Ortsvorstands-Mitglied Peter Geercken, Kai Vogel (SPD), Abgeordneter im Kieler Landtag, und Rellingens SPD-Chef Christian Zimmermann.

Beruf und Hochschulreife im Doppelpack: Bundestagsmitglied Ernst Dieter Rossmann (SPD) bringt neues Bildungsangebot ins Spiel.

von
07. Januar 2015, 16:00 Uhr

Rellingen | Eine gymnasiale Oberstufe an der Caspar-Voght-Schule (CVS) in Rellingen: Die Schulleitung um Jochen Kähler ist Feuer und Flamme, Verwaltung und Politik setzen auf das prestigeträchtige Bildungsangebot. Seit kurzem bekommen die Pläne eine neue Facette: Während des Neujahrsgesprächs zwischen dem Bundestagsabgeordneten Ernst Dieter Rossmann (SPD) und Bürgermeisterin Anja Radtke (parteilos) wurde die Möglichkeit eines Dualen Abiturs diskutiert.

Berufsausbildung und Abitur im Doppelpack: Das ist eine Nuance, mit der sich der Sprecher der AG Bildung und Forschung der SPD-Bundestagsfraktion und Chef des Deutschen Volkshochschul-Verbands mit 950 Einrichtungen anfreunden kann. Während des Dialogs, an dem auch Kai Vogel (SPD), Abgeordneter im Kieler Landtag, Rellingens SPD-Chef Christian Zimmermann und Vorstands-Mitglied Peter Geercken teilnahmen, rückte Rossmann den neuen Blickwinkel in den Fokus: Das Bildungsangebot in Rellingen könnte als Pilotprojekt für Schlagzeilen sorgen. Als Optimierung des Modells, dass beispielsweise das regionale Bildungszentrum Kiel und das Berufsbildungszentrum Norderstedt als „Berufliche Gymnasien“ anbieten.

Rathauschefin Radtke saugte mit Genugtuung diese Idee auf. Und unterstrich, dass Rellingen für den Schulversuch prädestiniert sei. Das Abitur mit beruflichem Profil könne zudem vom intensiven Netzwerk mit örtlichen Betrieben profitieren. Fakt ist, dass etwa 1100 Betriebe, von „freiberuflich Tätigen bis zum Weltkonzern“ (Radtke), vor Ort seien.

Allein wird Rellingen den Abitur-Zweig an der CVS nicht wuppen. Dafür reicht die erforderliche Schülerzahl nicht aus. Das weiß Radtke, da ist sie realistisch genug. Die Gespräche mit möglichen Partnern – im Blickfeld stehen die Kommunen Halstenbek, Pinneberg und Bönningstedt – „laufen daher auf Hochtouren“.

Sympathie durch Bildungsministerin

Landtagsmitglied Vogel zeigte Sympathie für den Vorschlag. Und kündigte an: Mit Bildungsministerin Britta Ernst bekomme der mögliche Schulversuch sicherlich eine Mitstreiterin.

Bildung in Rellingen: Das war nicht das einzige Diskussionsthema im Dienstzimmer an der Hauptstraße: Unter dem Topik „Rellinger Willkommenskultur“ wurde der Umgang mit Asylbewerbern in Rellingen erörtert. Rossmann lobte das Engagement und die Anstrengungen der Gemeinde. „Hut ab, Rellingen“, goutierte er. Radtke sparte ebenfalls nicht mit Lob: „Ich möchte vor allem den ehrenamtlichen Helfern danken. Ohne sie wäre vieles nicht möglich.“

Aber kritische Töne in Richtung Berlin und Kiel konnte und wollte sie sich nicht verkneifen: „Rellingen benötigt vor allem Unterstützung bei Investitionen für Bauprojekte. Wir fühlen uns alleingelassen“, betonte Radtke eindeutig. Man wünsche sich mehr finanzielle Zuschüsse und ein schnelleres Genehmigungsverfahren für den Unterkunftsbau. Denn: „Die Kosten explodieren“, um die zurzeit etwa 50 Flüchtlinge menschenwürdig unterzubringen. Zur Erinnerung: Die Politik hat bereits mehr als 800  000 Euro genehmigt, um Unterkünfte zu mieten, zu bauen, zu betreuen.

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen