zur Navigation springen
Pinneberger Tageblatt

24. November 2017 | 16:18 Uhr

Bald beginnt die Grippesaison

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Bericht Krankenkasse nennt Zahlen zu Erkrankungen im vergangenen Jahr / Kreis Pinneberg am zweitstärksten betroffen

shz.de von
erstellt am 24.Okt.2017 | 16:00 Uhr

Die Hochsaison der Grippe steht bevor. Gerade in den anstehenden Wintermonaten ist das Risiko groß, sich anzustecken. Wer sich davor schützen will, sollte einige Dinge beachten. Auch damit sich die hohen Zahlen der Viruserkrankungen der vergangenen Grippesaison nicht wiederholen.

„Für die aktuelle Grippesaison sind uns bisher drei Fälle im Kreis Pinneberg bekannt. Das wird sich in der nächsten Zeit aber ändern“, erklärt Oliver Carstens, Pressesprecher der Kreisverwaltung Pinneberg. In ein bis zwei Monaten könne die Situation aber schon ganz anders aussehen.

Die anstehende Influenza-Saison ist aber nicht nur für die Kreisverwaltung relevant, sondern auch für das Robert-Koch-Institut (RKI). Mit dem Influenza-Wochenbericht wird die Einrichtung ab sofort wieder wöchentlich die Grippe-Verbreitung in Deutschland mitteilen.

Für die Innungskrankenkasse classic (IKK) ein Grund zu untersuchen, wie die Situation der Grippeerkrankungen eigentlich in den vergangenen zwölf Monaten im Norden Deutschlands ausgesehen hat:

In der vergangenen Grippesaison erkrankten im Kreis Pinneberg insgesamt 520      Personen am Influenzavirus. Die meisten Viruserkrankungen gab es mit 365 von Anfang Februar bis Anfang März dieses Jahres. Damit war der Kreis die am zweitstärksten betroffene Region in Schleswig-Holstein. „Zudem wurde eine deutliche Steigerung zur vorherigen Influenza-Saison, in der 369 Infektionen bekannt waren, festgestellt“, erklärt Peter Rupprecht, regionaler Pressesprecher der IKK classic für den Bereich Hamburg und Schleswig-Holstein.

Die meisten Virusinfektionen landesweit verzeichnete Kiel mit 544 erkrankten Menschen. Die IKK classic hat zudem festgestellt, dass sich insgesamt 2309 Menschen in Schleswig-Holstein von Oktober 2016 bis Ende September 2017 mit dem Virus angesteckt haben. Zum Vergleich: Ein Jahr zuvor wurden in dem gleichen Zeitraum bei 1583 Schleswig-Holsteinern eine Grippeerkrankung diagnostiziert. Das ist eine Steigerung von fast 50 Prozent. Eine permanente Zunahme der Influenza-Infektionen im Kreis Pinneberg ist laut weiterer Angaben des RKI in den vergangenen fünf Jahren allerdings nicht zu verzeichnen. Zwar stieg die Zahl ärztlich attestierter Krankheitsfälle von 99      Menschen im Meldejahr 2010 und 2011 zwei Jahre später auf 423. Zwischen 2014 und 2015 ging die Zahl der Infektionen aber wieder auf 287 Menschen zurück.

Sind die Menschen also wieder anfälliger für Grippeerkrankungen geworden? Angelika Rosching, Leiterin des Fachdienstes Gesundheit im Kreis Pinneberg, verneint das: „Man kann zwar sagen, dass die Erkrankungen im Vergleich zur vergangenen Saison zugenommen haben. Das hängt aber in erster Linie mit den jeweiligen Viren und der Schutzwirkung der Impfstoffe zusammen.“ Für die Gesundheitsexpertin kommt es außerdem auf die Arbeitsweise der Hausärzte an: „In nicht wenigen Fällen werden erkrankte Patienten mit einer Krankschreibung nach Hause geschickt, ohne das vernünftig auf die Viren getestet wurde. Dadurch wird die Zahl der Meldungen verzerrt.“ Im Kreis Pinneberg werde aber relativ gut und häufig getestet.

Bliebe noch die Frage, ob Männer tatsächlich häufiger erkranken und mehr leiden würden als Frauen? „Leiden vielleicht schon, erkranken eher nicht“, sagt Roschning. Der Virus mache keinen Unterschied zwischen Männern und Frauen. Die IKK classic rät deshalb allen Menschen, über eine Grippeschutzimpfung nachzudenken und sich im Zweifelsfall mit dem Hausarzt zu beraten. „Für Risikogruppen wie Medizin- und Pflegepersonal übernehmen alle gesetzlichen Krankenkassen die Impfkosten“, sagte Rupprecht. Außerdem würden manche Krankenkassen die Impfung auch für alle anderen Versicherten, die sich schützen wollen, zahlen.

Roschning rät, sich zum Schutz gründlich die Hände mit Wasser und Seife zu waschen. „Zudem sollte nach Möglichkeit enger Kontakt zu Erkrankten vermieden werden. Beim Niesen sollte man sich abwenden und ein Taschentuch benutzen“, erklärt die Expertin abschließend.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen